Was mit nicht unüblichen Schulproblemen begann, wurde für Anna (17) und ihre Familie aus OÖ zum Albtraum. Die sonst fröhliche Teenagerin zog sich plötzlich immer mehr zurück, klagte morgens über Bauchschmerzen, wirkte erschöpft und angespannt. "Ist schon okay", blockte sie die Sorgen ihrer Eltern zunächst ab.
Doch die merkten schnell: Mit ihrer Tochter stimmt etwas ganz und gar nicht. Erst nach und nach kam die bittere Wahrheit ans Licht. In der Schule wurde Anna von Mitschülern ausgegrenzt, gedemütigt – später kam es sogar zu körperlichen Übergriffen. Für die Eltern war es ein Schock.
Sie wollten helfen, ihr Kind schützen, fühlten sich aber zunehmend machtlos. Die Belastung zog die ganze Familie nach unten. Verzweifelt wandten sich die Eltern schließlich gemeinsam mit Anna an die Krisenhilfe OÖ. Dort fanden sie erstmals einen Ort, an dem alle offen über ihre Ängste und Sorgen sprechen konnten. Nicht nur die 17-Jährige, sondern auch ihre Eltern wurden ernst genommen.
Um die Krisenversorgung in Oberösterreich flächendeckend und noch umfassender gewährleisten zu können, haben sich pro mente OÖ, EXIT-sozial, Rotes Kreuz, Telefonseelsorge OÖ und Notfallseelsorge unter dem Namen Krisenhilfe OÖ zusammengeschlossen.
Neben dem ständig verfügbaren Krisentelefon bietet die Krisenhilfe OÖ in psychosozialen Notsituationen auch Online- und Chatberatung, persönliche Gespräche und mobile Einsätze, etwa in Form von Hausbesuchen.
Die Krisenhilfe OÖ unterstützt in allen psychischen Notsituationen – rund um die Uhr, sieben Tage die Woche, 365 Tage im Jahr unter der Telefonnummer 0732 / 21 77.
Alle Infos unter krisenhilfeooe.at.
"Für Eltern ist es oft besonders belastend, zu sehen, dass das eigene Kind leidet, ohne sofort helfen zu können", sagt Dominik Lichtenthal von der Krisenhilfe OÖ. "Unsere Aufgabe ist es, sowohl die Jugendlichen als auch die Eltern zu stärken – indem wir Orientierung geben, entlasten und gemeinsam konkrete Schritte entwickeln."
Die Gespräche halfen dabei, das Chaos zu ordnen und konkrete Schritte zu setzen. Gemeinsam wurde überlegt, wie Annas Alltag wieder stabiler werden kann, welche Maßnahmen in der Schule notwendig waren und welche zusätzlichen Unterstützungen helfen können.
Schritt für Schritt kam so wieder etwas Ruhe in die überforderte Familie. Besonders wichtig: Die Eltern merkten, dass sie mit der Situation nicht alleine sind. "Es hat uns so entlastet, dass jemand da war, der uns ernst nimmt und uns zeigt, dass wir etwas tun können", sagte Annas Mutter laut Krisenhilfe nach den Gesprächen.