Nach schweren Vorwürfen gegen den Leiter des Wiener Marktamts gibt es personelle Konsequenzen. Andreas Kutheil hat die Magistratsdirektion der Stadt Wien ersucht, ihn aus persönlichen Gründen mit sofortiger Wirkung von seiner Funktion als Leiter der MA 59 zu entheben. Die Leitung der Abteilung übernimmt bis auf Weiteres sein Stellvertreter Christian Seiringer.
Wie die Magistratsdirektion mitteilte, werden die derzeit laufenden Erhebungen sämtliche vorliegenden Informationen, Hinweise und Vorwürfe prüfen. Die Ergebnisse der Untersuchung seien abzuwarten. Weitere Stellungnahmen werde die Stadt Wien in dieser Angelegenheit vorerst nicht abgeben.
Wie berichtet, sieht sich Kutheil mit schweren Anschuldigungen konfrontiert. Dem Leiter des Wiener Marktamts werden unter anderem Sexismus, Rassismus und Mobbing vorgeworfen. Für ihn gilt die Unschuldsvermutung.
Laut dem Bericht schildern mehrere Beschäftigte einen von Angst geprägten Arbeitsalltag. Der 60-Jährige steht seit acht Jahren an der Spitze der Magistratsabteilung 59 und ist für rund 220 Mitarbeiter verantwortlich.
Dem Bericht zufolge soll sich die Belegschaft wiederholt an den Unabhängigen Bedienstetenschutz der Stadt Wien (UBSB) gewandt haben. Nachdem sich laut "Falter" insgesamt 20 Beschäftigte beschwert hatten, wurde die Interne Revision eingeschaltet.
Vizebürgermeisterin Bettina Emmerling (Neos) soll laut einer internen E-Mail bereits Gespräche mit Betroffenen geführt haben. Stellungnahmen von Emmerling, der damals zuständigen Stadträtin Ulli Sima (SPÖ) sowie von Andreas Kutheil lagen dem Bericht zufolge zunächst nicht vor.
Für Andreas Kutheil gilt die Unschuldsvermutung.