Erschütternde Vorwürfe gegen den Leiter der Magistratsabteilung 59: Dort ist Andreas Kutheil (60) für rund 220 Mitarbeiter verantwortlich. Einige von ihnen sprechen jedoch von einem "Klima der Angst". Dafür soll der Chef höchstpersönlich verantwortlich sein, berichtet der "Falter".
Es war die Rede von Sexismus, Rassismus und Mobbing. Wiederholt sollen sich Angestellte an den Unabhängigen Bedienstetenschutz der Stadt Wien (UBSB) gewandt haben. Es soll "Aktenschränken voller Vorwürfe" geben. Seitens der Magistratsdirektion wurde eine Prüfung durch die Interne Revision eingeleitet. Auch Vizebürgermeisterin Bettina Emmerling (NEOS) soll bereits Gespräche mit Betroffenen geführt haben.
Den dokumentierten Vorfällen zufolge soll sich Kutheil im Rahmen einer Weihnachtsfeier im Jahr 2023 lautstark darüber beschwert haben, das "N-Wort" nicht mehr verwenden zu dürfen. Zu diesem Zeitpunkt sei eine Schwarze Kollegin in seiner Nähe gewesen. Des Weiteren soll der 60-Jährige einen Mitarbeiter durch einen Wutausbruch zum Weinen gebracht haben. Der Mann befindet sich seither im Krankenstand und hat mit psychologischen Problemen zu kämpfen.
Auch zu sexueller Belästigung soll es gekommen sein. Deswegen sei Kutheil von einer Angestellten angezeigt worden. Daraufhin habe er die Frau als "schiach" bezeichnet. Für den 60-Jährigen gilt die Unschuldsvermutung. Dennoch gibt es bereits erste Reaktionen aus der Wiener Stadtpolitik.
So spricht Wiens FPÖ-Chef Dominik Nepp von einem "beispiellosen Führungsversagen", sollten sich die Vorwürfe tatsächlich bestätigen. Besonders sauer stößt dem Freiheitlichen auf, dass die Anschuldigungen bereits seit Jahren bekannt sein sollen. Nepp stellt die Vermutung in den Raum, dass hier bewusst weggesehen wurde.
Für den Blauen ist klar: "Stadträtin Ulli Sima (SPÖ) hätte längst handeln, den Verantwortlichen seines Amtes entheben und eine umfassende Untersuchung veranlassen müssen." Nepp spricht sich für eine "lückenlose und unabhängige Aufklärung" aus. Des Weiteren sollen alle Vorwürfe offengelegt werden. Zudem solle die Stadt mitteilen, seit wann man Kenntnis davon gehabt habe.