Gesetzes-Lücke genutzt

Staatsschutz nimmt illegalen Waffenhändler in Wien hoch

Nach monatelangen Ermittlungen gelang der Polizei ein Schlag gegen den illegalen Handel mit Waffenteilen in Wien. Ein Verdächtiger wurde festgenommen.
Newsdesk Heute
13.07.2026, 14:59
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Ein 35-jähriger russischer Staatsbürger ist in Wien festgenommen worden, weil er in Österreich Waffenteile gekauft, illegal weiterverkauft und teils sogar ins Ausland verschickt haben soll. Die Ermittlungen dazu liefen schon länger, am 7. Juli 2026 schlugen die Behörden dann im Auftrag der Staatsanwaltschaft Wien zu.

Wie es in einer Aussendung heißt, durchsuchten die Ermittler auch die Wohnung des Verdächtigen. Dabei wurden Datenträger, Bargeld und zahlreiche Beweise zu den Verkäufen der Griffstücke sichergestellt.

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Zugriff bei Waffen-Deal

Die Festnahme selbst fand im Zuge eines Waffenverkaufs in Wien statt. Der Mann wollte laut Polizei 23 Griffstücke und Läufe der Marken Glock, SCT und Lone Wolf für 4.500 Euro verkaufen. Die Bezahlung lief zum Teil in bar, zum Teil mit Kryptowährungen ab. Bei dem Zugriff wurde der Verfassungsschutz von der Spezialeinheit Cobra unterstützt. Der Beschuldigte, der den Behörden bereits bekannt war, sitzt jetzt in U-Haft und schweigt bisher zu den Vorwürfen.

Österreich war in den letzten Jahren wegen einer Gesetzeslücke ein beliebtes Land für den Kauf sogenannter "nicht wesentlicher" Waffenteile. Vor allem Griffstücke und Gehäuse konnten bis zur Waffengesetz-Novelle 2025 legal erworben werden. Im Ausland wurden diese Teile dann mit weiteren Komponenten zu scharfen Schusswaffen zusammengebaut. Immer wieder wurden solche illegalen Waffen bei Kontrollen im europäischen Ausland gefunden.

Lücke mittlerweile geschlossen

Mit der Verschärfung des Waffengesetzes im Jahr 2025 wurde diese Lücke geschlossen. Griffstücke und Gehäuse gelten nun als wesentliche Waffenteile. Wer sie kaufen oder verkaufen will, braucht eine waffenrechtliche Bewilligung. Der Handel ist nur mehr über registrierte Waffenhändler möglich.

Innenminister Gerhard Karner betonte: "Die Verschärfung des Waffengesetzes zeigt Wirkung – der illegale Waffenhandel wird massiv zurückgedrängt." Er bedankte sich ausdrücklich bei den Ermittlern der DSN und den Einsatzkräften der Cobra. Dank der professionellen Arbeit sei "ein bedeutender Schlag gegen den internationalen Waffenschmuggel gelungen".

Auch Jörg Leichtfried, Staatssekretär im Innenministerium, zeigte sich erfreut: "Ich gratuliere der Direktion Staatsschutz und Nachrichtendienst sowie allen weiteren involvierten Behörden zu diesem großen Ermittlungserfolg. Die Ermittlungen zeigen einmal mehr, welche Gefahr vom Handel mit Waffenteilen wie Griffstücken und Gehäusen ausgeht. Daher bin ich sehr froh, dass wir im letzten Jahr diese gefährliche Gesetzeslücke schließen und damit auch den Verfassungsschutz in seiner täglichen Arbeit stärken konnten."

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