Eine interne Chatgruppe der ÖVP-nahen Schülerunion sorgt aktuell für heftige Kritik. Screenshots, die der "Kronen Zeitung" vorliegen, zeigen laut dem Bericht zahlreiche sexistische und menschenverachtende Nachrichten sowie weitere geschmacklose Aussagen.
Die Chatgruppe mit dem Namen "Zitate - Die Echten" soll aktuellen und ehemaligen Mitgliedern der Bundes- und Landesorganisationen als Plattform für den Austausch gedient haben. Laut "Krone" wurden dort Aussagen gesammelt und kommentiert.
Zu den veröffentlichten Nachrichten zählen unter anderem frauenverachtende Aussagen wie "A Frau ohne Brüste is wertlos". Auch der Satz "I geh als SS-Offizier bei da party dann" findet sich laut dem Bericht in der Chatgruppe.
Darüber hinaus soll der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj in einer Nachricht mit "Viechern" gleichgesetzt worden sein. In einem weiteren Beitrag heißt es: "Desto mehr ein Tier leidet, desto besser schmeckt das essen...". Laut "Krone" soll es darüber hinaus zahlreiche weitere sexistische, rassistische und menschenverachtende Äußerungen gegeben haben.
Die Schülerunion distanzierte sich nach Bekanntwerden der Chats deutlich von den Inhalten. Pressereferent Jonas Pichlbauer erklärte auf Anfrage der "Krone": "Wir als Schülerunion Österreich distanzieren uns in aller Deutlichkeit von den veröffentlichten Nachrichten im Rahmen eines privaten Chats von einzelnen Funktionär der Schülerunion Kärnten und verurteilen diese aufs Schärfste. Dieses Verhalten von Einzelpersonen ist nicht mit unseren Werten vereinbar und zutiefst bestürzend."
Nach Angaben der Schülerunion wurden bereits Maßnahmen gesetzt. "Jedes Mitglied dieser Chat-Gruppe, welches auch Mitglied unseres Vereins ist, wurde dazu verpflichtet, einen Sensibilisierungsworkshop zu besuchen", heißt es vonseiten der Schülerunion. Seit Dezember 2025 gebe es außerdem Richtlinien für die Chatgruppe. Zusätzlich hätten jene Personen, die "verwerfliche Aussagen getätigt haben", ihre Funktionen in der Schülerunion bereits zurückgelegt.
Laut Informationen der "Kronen Zeitung" befanden sich auch heutige Bundesvertreter in der Chatgruppe.