Die hohen Temperaturen der letzten Tage brachten zahlreiche Österreicher ins Schwitzen. Abkühlung in den eigenen vier Wänden bringen Kühl- und Klimageräte. Doch wer solche Produkte erwerben möchte, muss sich womöglich auf eine mühsame Suche einstellen. Händler berichten von einem regelrechten Boom, der die Lagerbestände ausdünnt.
So sagt ein Elektrohändler aus der Steiermark gegenüber der "Kleinen Zeitung", dass er so eine Situation "noch nie erlebt" habe. Demnach sei die Nachfrage "außergewöhnlich hoch". Viele Kollegen von ihm hätten bereits keine Kühl- und Klimageräte mehr gelagert, auch seine Bestände neigen sich dem Ende zu.
Die hohe Nachfrage führt der Geschäftsführer des Elektroladens auf die Hitzewelle zurück. In Wien seien die Geräte "fast komplett ausverkauft" – "Heute" berichtete. Interessenten würden daher in ganz Österreich nach verfügbaren Produkten suchen. Laut dem Verkäufer hätte sein Bestand eigentlich für drei Monate ausreichen sollen, jetzt habe er diese Menge aber in zehn Tagen an Käufer aus dem gesamten Bundesgebiet versendet.
Diese hohe Nachfrage könne auch die Industrie nicht mehr abfangen. Um diese Jahreszeit sei es nahezu unmöglich, noch entsprechenden Nachschub zu besorgen. Die Produktion könne nicht kurzfristig erhöht werden.
Ähnliches berichtet ein Händler aus Kärnten. "Der Black Friday ist nichts dagegen", kommentierte er die aktuelle Lage gegenüber der "Kleinen". Demnach sei sein Lager komplett leer geräumt. Auch Kunden, die noch Geräte ergattern konnten, müssen mit längeren Wartezeiten rechnen. Der Händler warnt vor Geräten auf chinesischen Billigplattformen. Dort seien zwar noch Produkte verfügbar, aber diese würden oft nicht die versprochene Leistung bringen.
Auch seitens des Branchensprechers Walter Sabitzer hieß es gegenüber der "Kleinen", dass Klimageräte derzeit ausverkauft seien. Mit einem derartigen Lieferengpass zu dieser Zeit habe man nicht gerechnet. Momentan würde es vereinzelt aber noch Ventilatoren geben – doch auch hier sollte man schnell sein. Ende Juli könne sich die Lage entspannen.
Es ist ein Bild, welches sich auch bei größeren Händlern zeigt. So sagte eine Sprecherin von MediaMarkt, dass in den letzten sieben Tagen mehr Absatz erzielt wurde als in der gesamten Vorjahressaison. Daher habe auch MediaMarkt bei besonders gefragten Geräten mit Engpässen zu kämpfen. Ventilatoren und Luftreiniger seien noch vorhanden, bei Klimageräten gebe es nur noch "Restbestände". Auch beim Versandspezialisten Otto Österreich und beim Onlinehändler Amazon machte sich der Anstieg inzwischen bemerkbar.