Aus der Europawahl ist in Deutschland einer ARD-Prognose zufolge die Union klar als stärkste Kraft hervorgegangen. CDU und CSU erreichten am Sonntag laut dem Institut Infratest dimap 29,5 Prozent vor der AfD mit 16,5 Prozent auf Platz zwei. Es folgten die SPD mit 14 Prozent und die Grünen mit zwölf Prozent vor dem Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) mit 5,5 Prozent und der FDP mit fünf Prozent, während die Linke 2,8 Prozent erreichte.
AfD-Co-Chef Tino Chrupalla hat die Prognosen für seine Partei bei der Europawahl als "super Ergebnis" bewertet. Die gut 16 Prozent in den ersten Prognosen von ARD und ZDF seien ein "guter Start ins Wahljahr", sagte Chrupalla am Sonntagabend im ZDF. Seine Partei habe "fast 50 Prozent neue Wähler hinzugewonnen", betonte Chrupalla angesichts des Rekordergebnisses seiner Partei bei einer Europawahl.
Mehrere Affären und Skandale um die Spitzenkandidaten Maximilian Krah und Petr Bystron hatten den Wahlkampf überschattet. Co-Chefin Alice Weidel sagte in der ARD, dass die AfD "nach dem holprigen Start in den Wahlkampf extrem gut in den Endspurt gegangen" sei. "Das ist wirklich gut gelaufen", sagte Weidel.
Die AfD ist den ersten Prognosen zufolge als zweitstärkste Kraft in Deutschland aus der Wahl hervorgegangen. Trotz hoher Zugewinne im Vergleich zur Wahl vor fünf Jahren bleibt die Partei aber deutlich hinter den Umfragewerten von mehr als 20 Prozent zurück, die sie bundesweit noch zu Jahresbeginn hatte.
Die BSW-Vorsitzende Sahra Wagenknecht hat das Abschneiden der nach ihr benannten Partei bei der Europawahl als "grandios" bezeichnet. "Ich bin so erleichtert und freue mich riesig", sagte sie am Sonntag in der ARD mit Blick auf die ersten Prognosen, wonach ihre erst vor etwa einem halben Jahr gegründete Partei aus dem Stand auf 5,5 Prozent kam.
"Ich glaube, das gab es überhaupt noch nie in der bundesdeutschen Geschichte", fügte Wagenknecht an. Unter andere habe das Bündnis Sahra Wagenknecht bisher noch so gut wie keine hauptamtlichen Mitarbeiter.