UNO erwartet halbe Million afghanische Flüchtlinge

Aus Afghanistan geflüchtete bei der Ankunft an einem amerikanischen Flughafen.
Aus Afghanistan geflüchtete bei der Ankunft an einem amerikanischen Flughafen.CHIP SOMODEVILLA / AFP Getty / picturedesk.com
Die Vereinten Nationen rechnen damit, dass die Machtübernahme der Taliban rund 500.000 Menschen aus Afghanistan vertreiben könnte.

Mittlerweile geht man davon aus, dass beim Anschlag auf den Flughafen in Kabul am Donnerstag über 170 Menschen starben. Darunter sind auch ein gutes Dutzend US-Soldaten, Kinder und Frauen. Zigtausende sind bereits auf der Flucht, weil die Taliban vermeintliche Kollaborateure, Unterstützer westlicher Ideen, Journalisten und Lehrer töten. Frauen soll nicht mehr das Haus verlassen, warnen die Taliban, zu groß sei die Gefahr, von Kämpfern misshandelt zu werden.

"Wir bereiten uns auf etwa 500.000 neue Flüchtlinge in der Region vor", sagt deswegen die stellvertretende UNO-Flüchtlingskommissarin Kelly Clements. Schon jetzt haben die Nachbarstaaten Iran und Pakistan über fünf Millionen Afghanen aufgenommen. Doch diese zu versorgen ist wegen fehlender finanzieller Unterstützung schwer.

Spendenaufruf

Es erging deswegen ein Appell an alle Länder, den Nachbarstaaten unter die Arme zu greifen. Hilfsorganisationen würden noch in diesem Jahr über 250 Millionen Euro benötigen, um die Region auf die hohe Anzahl an vertriebenen Menschen vorzubereiten. Mit dem Geld sollen Zelte, Hygieneartikel und Nahrungsmittel angeschafft werden.

Bei den Zahlen handle es sich um "das schlimmste Szenario", betonte Clements. In den vergangenen Tagen waren nach US-Angaben bei dem großangelegten Evakuierungseinsatz am Kabuler Flughafen insgesamt mehr als 100.000 Ausländer und gefährdete Afghanen ausgeflogen worden.

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