Unruhen in Südafrika: Zahl der Todesopfer steigt

Die Lage in den Provinzen KwaZulu-Natal sowie Gauteng sei nun "stabil", teilte die Regierung am Mittwoch mit.
Die Lage in den Provinzen KwaZulu-Natal sowie Gauteng sei nun "stabil", teilte die Regierung am Mittwoch mit.AFP
Mehrere Demonstranten, darunter ein ehemaliger Fernsehmoderator, wurden in Südafrika verhört. Ihnen wird Anstiftung zu Gewalt vorgeworfen.

Die Bilanz, die zuvor bei 215 Toten lag, wurde am Mittwoch nach oben korrigiert. Derweil begannen die ersten Gerichtsanhörungen von Verdächtigen wegen mutmaßlicher Beteiligung an den gewaltsamen Protesten, die nach dem Haftantritt des ehemaligen Präsidenten Jacob Zuma begannen.

Seit dem Beginn der Unruhen seien 234 Menschen in Zumas Heimatprovinz KwaZulu-Natal getötet worden, teilte die Regierung mit. 42 weitere Todesfälle wurden demnach in der Provinz Gauteng mit der Wirtschaftsmetropole Johannesburg verzeichnet. In beiden Provinzen sei die Lage nun "stabil", die Aufräumarbeiten seien im Gange.

Die ersten Verdächtigen, darunter ein ehemaliger Fernsehmoderator, erschienen am Mittwoch vor Gericht. Ihnen wird unter anderem Anstiftung zu Gewalt vorgeworfen.

Regierung entsandte Tausende Soldaten

Insbesondere in Johannesburg und im Bundesstaat KwaZulu-Natal waren vergangene Woche Läden und Lagerhäuser geplündert und in Brand gesteckt worden. Infolge der Gewalt und Plünderungen wurden auch Lieferketten und Transportverbindungen unterbrochen. Die Regierung entsandte Tausende Soldaten in die Regionen, um die Unruhen einzudämmen.

Ausgangspunkt der Proteste war Ex-Präsident Jacob Zumas Heimatprovinz KwaZulu-Natal. Der langjährige Präsident Zuma war Ende Juni vom Verfassungsgericht wegen Missachtung der Justiz zu einer 15-monatigen Haftstrafe verurteilt worden, die er vergangene Woche antrat. Während viele Südafrikaner die Inhaftierung des Ex-Staatschefs als Erfolg für die Rechtsstaatlichkeit des Landes feierten, gingen Unterstützer Zumas aus Protest auf die Straße.

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