Rot-weiß-rote Freundschaft

"Unsere Flagge" – Schallenberg-Scherz sorgt für Lacher

In Beirut konnte Schallenberg trotz ernster Lage mit Humor punkten. Er wies seinen Amtskollegen auf die ähnlichen Landesfahnen hin, der musste lachen.

Christian Tomsits
    Bewies Humor: Alexander Schallenberg bei seinem libanesischen Amtskollegen Bou Habib in Beirut.
    Bewies Humor: Alexander Schallenberg bei seinem libanesischen Amtskollegen Bou Habib in Beirut.
    Michael Gruber/BMEIA

    Der Libanon und Österreich blicken auf eine lange Freundschaft zurück. Die Wurzeln reichen bis ins Kaiserreich zurück, als der Mittelmeerstaat auch durch Mithilfe von Fürst Metternich erstmals seine Autonomie erlangte, erklärte Außenminister Abdallah Bou Habib (82) vor versammelter Presse.

    Dann begrüßte er Alexander Schallenberg herzlich mit einer Umarmung. Die libanesische Freude war groß, dass der österreichische Außenminister seine mehrtägige Nahost-Reise nach Israel, Palästina und Jordanien statt in Ägypten kurzfristig in Beirut beendete.

    Schallenberg-Humor sorgt für Furore

    Beim gemeinsamen Statement lockerte Schallenberg die Stimmung sogar mit einem Witz, indem er zuerst ebenfalls die Freundschaft beider Länder herausstrich und dabei auf unverkennbare Gemeinsamkeiten bei den jeweiligen Landesfarben hinwies: "Look at the flags" – Schauen Sie sich unsere Flagge an", scherzte Schallenberg.

    Dann versprach der rot-weiß-rote Chef-Diplomat dem Libanon, der unter der Vielzahl an Flüchtlingen aus Syrien leiden würde, auf Österreichs Hilfe zählen zu können. In Bezug zum Krieg in Gaza warnte Schallenberg: "Die Region ist on fire" – nun dürfe es keinesfalls zu einem Flächenbrand kommen." Auch zur Hisbolla-Miliz, die sich mit Israelis seit dem 7. Oktober an der südlichen Grenze des Libanon täglich Schießereien liefert, äußerte sich der Außenminister klar: "Man kann nicht mit Feuer spielen, ohne sich irgendwann zu verbrennen", so Schallenberg. 

    Bundesheer-Soldaten bleiben im Libanon

    Österreichische Soldaten an Südgrenze (aktuell 176 Mann) sollen weiterhin, trotz der Zuspitzung der Situation, ihren Dienst als Blauhelme im Grenzgebiet leisten. Sie unterstützen im Zuge der UNIFIL-Mission Transportmissionen, melden Vorkommnisse und helfen der libanesischen Armee bei Patrouillen. Die Gefahr durch Raketenteile oder Querschlägen getroffen zu werden oder in einen Schusswechsel zu kommen, ist für den Kommandanten des Österreichischen Kontingents, Peter Ertl, real. Die Sicherheitsvorkehrungen wurden daher drastisch erhöht – anders als zuvor, müssen Helm und Kampfweste außerhalb des Stützpunkts nun immer getragen werden.

    Schallenberg-Treffen mit dem jordanischen Außenminister Ayman Safadi in Amman

      Schallenberg trifft jordanischen Amtskollegen Ayman Safadi in Amman.
      Schallenberg trifft jordanischen Amtskollegen Ayman Safadi in Amman.
      Michael Gruber/BMEIA

      Auf den Punkt gebracht

      • Der österreichische Außenminister Alexander Schallenberg sorgte in Beirut für Lacher, als er bei einem Treffen auf die Ähnlichkeit der Flaggen des Libanon und Österreichs hinwies
      • Trotz der ernsten Lage in der Region betonte er die lange Freundschaft zwischen den beiden Ländern und sicherte dem Libanon die Unterstützung Österreichs zu
      • Schallenberg warnte außerdem vor einer Eskalation in der Region und betonte die Rolle der österreichischen UNIFIL-Soldaten an der Südgrenze des Libanons
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