Politik

"Unter Freunden" – Kurz trifft Orbán, Vučić und Erdoğan

Sebastian Kurz muss sich wegen des Vorwurfs der Falschaussage vor Gericht verantworten. Unterdessen trifft er politische "Freunde" in Budapest. 

Sebastian Kurz heizt die Gerüchte um seine politische Rückkehr erneut an.
Sebastian Kurz heizt die Gerüchte um seine politische Rückkehr erneut an.
FERENC ISZA / AFP / picturedesk.com

Vor fast zwei Jahren trat Sebastian Kurz vom Amt des Bundeskanzlers zurück, nachdem sich im Zuge der Chat-Affäre immer tiefere Abgründe auftaten. Seither versichert der nunmehrige Unternehmer, Investor und Lobbyist auf Nachfrage stets, nicht in die Politik zurückkehren zu wollen. Doch immer wieder kommen diesbezügliche Gerüchte auf. Mit einem "inoffiziellen" Besuch in Budapest nährt er die Gerüchte ein weiteres Mal. 

Wie es von einem Kurz-Sprecher heißt, sei der Alt-Kanzler einer offiziellen Einladung Ungarns gefolgt. Er wurde empfangen, als wäre er niemals zurückgetreten. In einem Gespräch mit Ungarns Regierungschef Viktor Orbán sei es um den Ukraine-Krieg und die Beziehungen zwischen Ungarn und Österreich gegangen, wie es heißt. Auf der Instagram-Seite des Rechtsaußen-Politikers ist gar die Rede von einem "ungarisch-österreichischen Gipfeltreffen". 

Seite an Seite mit der rechten Elite

Doch dem nicht genug: wenige Stunden später zog es Kurz in das Budapester Stadion, wo die Leichtathletik-WM stattfindet. Hier trifft er erneut alte Bekannte: neben Serbiens Präsident Aleksandar Vučić auch Milorad Dodik (Republika Srpska) und den türkischen Langzeitpräsidenten Recep Tayyip Erdoğan. Gemeinsam folgten sie dem sportlichen Treiben am ungarischen Nationalfeiertag.

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Ein Kurz-Sprecher beschreibt das Zusammenkommen als ein "Treffen unter Freunden". Ob der ehemalige Staatschef es beabsichtigt oder nicht – mit seinem Auftritt in Ungarn heizt er die Gerüchteküche um seine Rückkehr erneut gehörig an. Politikberater Thomas Hofer dazu auf ServusTV: "Bei einer übernächsten Nationalratswahl – je nachdem, wie es der ÖVP dann geht – da würde ich das nicht ausschließen". Er beschreibt ihn als "Vollblut-Politiker, der diese Bühne sicherlich vermisst, auch wenn er das derzeit nicht zugibt". 

 Fritz Dittlbacher zur Kurz-Anklage: 

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