Heftige Vorwürfe gegen einen Arzt, der am Pfingstmontag in einem Wiener Spital behandeln sollte: Eine Mutter berichtet gegenüber "Heute", dass sich der Mediziner geweigert haben soll, ihre fiebernde Tochter zu untersuchen – angeblich wegen eines Streits um die Begleitperson im Behandlungszimmer.
Mirela B. (29) war mit ihrer Tochter und ihrem Mann in eine Erstversorgungsambulanz gekommen. Das Mädchen habe bereits seit vier Tagen hohes Fieber gehabt. Nach kurzer Wartezeit sei die Familie schließlich ins Behandlungszimmer gerufen worden. Doch dort soll die Situation plötzlich eskaliert sein.
Laut Schilderung der Mutter habe der behandelnde Arzt sofort erklärt, dass nur eine Begleitperson im Raum erlaubt sei. Ihr Mann habe daraufhin ruhig gefragt, ob er also hinausgehen müsse. "Dann hat mein Mann nur gesagt: 'Das gibt es auch nur in diesem Krankenhaus'", erzählt die Wienerin. Daraufhin habe der Vater das Zimmer verlassen.
Kurz darauf soll der Arzt laut Mutter erklärt haben: "Ohne Respekt untersuche ich Ihre Tochter nicht." Die Mutter habe daraufhin fassungslos reagiert und gefragt, ob ihre Tochter nun tatsächlich nicht untersucht werde – obwohl sie seit Tagen hohes Fieber habe.
Laut ihrer Schilderung habe der Arzt darauf bestanden, dass sich ihr Mann zuerst entschuldigen müsse – erst dann würde er das Kind behandeln. Die Mutter entschied sich daraufhin, das Krankenhaus mit ihrer Tochter zu verlassen. "Ich musste mit meinem kranken Kind anschließend ins Donauspital fahren", schildert sie verzweifelt. "Von so einem Arzt will ich nicht, dass meine Tochter untersucht wird."
Die Wienerin zeigt sich tief enttäuscht vom Vorfall. Besonders belastend sei für sie gewesen, dass ihre Tochter krank und verängstigt gewesen sei. "Wir zahlen genug Krankenkassenbeiträge und dann passiert so etwas", sagt sie. "Ich bin einfach sprachlos." Die Mutter hofft nun, mit ihrer Geschichte Aufmerksamkeit zu schaffen und andere Eltern zu warnen.
"Heute" fragte beim Ärztefunkdienst Wien an und wollte wissen, warum das Kind vor Ort nicht behandelt wurde von dem Arzt. Prim. MedR. Ass.-Prof. DDr. Peter Voitl erklärt gegenüber "Heute": „Es ist aus organisatorischen Gründen sowie aufgrund der begrenzten Platzverhältnisse in den Behandlungsräumen der Notfall-Ambulanz nicht möglich, mehr als eine Begleitperson in den Raum zu lassen."
Dieser Regel sei von den Eltern trotz Aufforderung keine Folge geleistet worden, wodurch aber das "unbedingt notwendige Vertrauensverhältnis zwischen Arzt und Patient" zerstört wurde. Eine Behandlung war dem Arzt unter diesen Umständen nicht mehr möglich.
"Beleidigungen, Aggressionen und letztlich verbale Gewalt unseren Ärztinnen und Ärzten gegenüber können niemals gerechtfertigt werden. Wir ersuchen, unser Team mit Respekt zu behandeln und stehen für eventuelle sachliche Beschwerden zur Verfügung", so Voitl abschließend. Ein derartiges Verhalten komme nicht selten vor, da Eltern oftmals hochemotional reagieren, wenn es ihren Kindern schlecht geht.
Die Mutter bleibt auf "Heute"-Nachfrage dabei, dass es im Untersuchungsraum zu keiner Beleidigung gekommen sei.