Wien

Ur-Donau-Delta im Norden Wiens entdeckt

Vor 11,5 Millionen Jahren floss die Ur-Donau erstmals durch das Alpenvorland. Forscher konnten ihr Delta jetzt in 600 Metern Tiefe lokalisieren.
Heute Redaktion
15.02.2022, 16:09

Wissenschaftler des Naturhistorischen Museums, Fachleuten der Uni Graz sowie der OMV entdeckten das Delta dank modernster Technik in mehr als 600 Metern Tiefe. 3D-Seismik ermöglichte dem Team eine virtuelle Reise in die erdgeschichtliche Miozän-Epoche. Damals erstreckte sich sich das Delta der Ur-Donau von Mistelbach über Zistersdorf bis Aderklaa (Niederösterreich) und die Wiener Stadtgrenze.

Ausdehnung des Deltas der Ur-Donau vor 11,5 Millionen Jahren
NHM Wien, Mathias Harzhauser

Zu dieser Zeit mündete die Ur-Donau in den riesigen Pannon-See, der große Teile Ostösterreichs, Ungarns, Kroatiens und Rumäniens bedeckte. Die ehemaligen Deltakörper konnten präzise kartiert und so die Evolution des Deltas entschlüsselt werden. Etwa alle 40.000 Jahre verlagerte die Ur-Donau ihre Mündungsarme. Durch das allmähliche Absinken des Untergrunds des Wiener Beckens wurden die Schotter und Sande der Ur-Donau immer weiter abgesenkt und unter jüngeren Sedimenten begraben. So wurden in hunderten Metern Tiefe die Windungen einzelner Flussläufe konserviert und auf den Deltaflächen blieben ausgedehnte Dünenfelder erhalten.

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Klimawandel verursachte Ende des Donau-Delta

Auch das Ende dieses Ur-Donaudeltas konnten die Forscher entschlüsseln. Nach nur 200.000 Jahren – ein geologischer Wimpernschlag – stieg der Wasserspiegel des Pannon-Sees um mehrere Zehnermeter an und drängte das Delta weit in das Alpenvorland zurück. Das Delta und seine Aulandschaften wurden rasch geflutet. Schuld an der Katastrophe war, wenig überraschend, ein Klimawandel, der zu verstärkten Regenfällen führte.

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