Gesundheit

Urintest könnte Leben von Corona-Patienten retten

Ein stabiler Zustand bei Corona-Patienten garantiert keinen glimpflichen Krankheitsverlauf. Ein einfacher Test könnte jedoch zeigen, ob dem Betroffenen Schlimmeres droht.
Jochen Dobnik
17.05.2020, 13:48

Zunächst litten an Covid-19-Erkrankte an milden Symptomen, "doch ganz plötzlich haben sie diese überschießende Entzündungsreaktion, die sich im ganzen Körper ausbreitet", so der australische Lungenarzt David Darley zum "Guardian".

Abnormitäten im Urin

Zwar erleben nicht alle Patienten eine solch rapide Verschlechterung, dennoch ist offenbar ein Muster zu erkennen: Nach etwa einer Woche wandelt sich der Zustand bei einigen Patienten drastisch zum Schlechteren. Gerade bei älteren Menschen oder solchen mit Vorerkrankungen geschehe dies häufig so schnell, dass die Lunge, Herz, Blutgefäße und andere Organe schon schwere Schäden erleiden, bevor die Behandlung einsetzen kann.

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Wen es derart hart treffen könnte, war bislang unmöglich vorherzusagen. Eine Entdeckung von Medizinern des Universitätsklinikums Göttingen (UMG) könnte dies nun ändern.

Proteingehalt entscheidend

Wie die Ärzte im Fachjournal "The Lancet" schreiben, weist der Urin von Patienten, die innerhalb weniger Tage sehr krank werden, Abnormitäten auf. Werden solche festgestellt, folgt eine genauere Analyse. Bei dieser wird der Gehalt des Proteins Albumin im Blut und im Urin bestimmt sowie die Konzentration des Bluteiweißes Antithrombin III.

Urin ändert gerne die Farbe, riecht unterschiedlich - und ist dabei auch sehr aussagekräftig. Denn das kleine Geschäft verrät dir einiges über deine Gesundheit.
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"Ist auch nur einer von drei Parametern schwer verändert, besteht ein hohes Risiko, dass sich die Erkrankten auf Normalstation zeitnah verschlechtern, auf die Intensivstation verlegt werden müssen oder sich der Verlauf auf der Intensivstation noch verschlechtert", so Erst-Autor Oliver Groß, Oberarzt Klinik für Nephrologie und Rheumatologie am UMG. Urin ändert gerne die Farbe, riecht unterschiedlich - und ist dabei auch sehr aussagekräftig.

In den Becher pinkeln kann Leben retten

Stellen Ärzte derartige Auffälligkeiten fest, können sie noch Tage, bevor Lunge und andere Organe schwer versagen, mit der Behandlung drohender Komplikationen beginnen, heißt es in der Mitteilung der Hochschule. Auf diese Art ließen sich bei vielen Erkrankten lebensbedrohliche Verschlechterungen und Todesfälle verhindern.

Groß und seine Kollegen haben nun einen sogenannten Handlungspfad entwickelt, der die Diagnose- und Therapieschritte ab dem Urintest beschreibt. Seine Anwendbarkeit und Wirkung wird zurzeit in einer größeren Studien an mehreren Universitätskliniken in Deutschland untersucht.

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