Oberösterreich

"Urlaub statt Fleisch" – 500 Bauern in OÖ vor dem Aus

Immer weniger Konsumenten greifen zu hochwertigem Schweinefleisch, das spüren die Bauern: Alleine in Oberösterreich stehen 500 vor dem Aus.

Tobias Prietzel
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Schweinefleisch landet immer seltener auf dem Teller.
Schweinefleisch landet immer seltener auf dem Teller.
Getty Images/iStockphoto

Hohe Rohstoffkosten, teure Energiepreise: Schweinefleisch kostet im Lebensmittelhandel aktuell um 40 Prozent mehr als noch vor Ostern. Die Folge: Die verkaufte Menge ist alleine im Mai um bis zu 20 Prozent zurückgegangen. Statt Bio landen deutlich günstigere Ware oder gleich Reis, Nudeln und Erdäpfel im Wagerl. Zusätzlich erschwerend: "Die Leute haben mehr Hunger auf Urlaub als auf Fleisch", berichtet Johann Schlederer, Chef der Schweinebörse, im Gespräch mit "Heute".

"Die Leute haben mehr Hunger auf Urlaub als auf Fleisch."

Die seit Jahren angespannte Situation am Markt hat sich dadurch noch weiter verschärft. "Ich bin seit über 30 Jahren im Geschäft, so viele kritische Rahmenbedingungen habe ich noch nie erlebt", sagt der Börsechef mit Blick auf das ohnehin schon schlechte Image: "Was die Bauern am meisten schmerzt, ist das tagtägliche Bashing."

Schweinebörse-Chef Johann Schlederer blickt mit Sorge auf die Branche.
Schweinebörse-Chef Johann Schlederer blickt mit Sorge auf die Branche.
privat

Es könne nicht sein, dass die heimischen Landwirte per Gesetz höhere Auflagen hätten als im Rest der EU. Das hierzulande wiederholt geforderte Verbot von Vollspaltböden gebe es sonst nur in Schweden, so Schlederer. "Es braucht einen fairen Wettbewerb."

Düstere Aussichten

Die Prognose des Branchenexperten ist düster: Sollte sich bis zum Herbst an der Situation nichts ändern, müsste in Oberösterreich in den kommenden zwei Jahren ein Viertel der Schweinezüchter zusperren. 500 der derzeit rund 2000 Höfe wären dann für immer weg.

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    Picturedesk, privat (Montage: "Heute")