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US-Promis können Jury-Urteil nicht fassen

Heute Redaktion
14.09.2021, 14:47

Nach der Entscheidung einer Geschworenenjury, dass der weiße Polizist Darren Wilson, der den unbewaffneten schwarzen Jugendlichen Michael Brown erschossen hat, nicht vor Gericht muss, kam es in der Nacht auf Dienstag in Ferguson im US-Bundesstaat Missouri erneut zu schweren Unruhen. Es wurde Feuer gelegt, 150 Schüsse fielen und 29 Menschen wurden festgenommen. Auch am Dienstag werden Randale befürchtet. Schwarze US-Promis wie Serena Williams oder LeBron James äußerten auf Social-Media-Wegen ihr Unverständnis.

Nach der Entscheidung einer Geschworenenjury, dass der weiße Polizist Darren Wilson, der , nicht vor Gericht muss, kam es in der Nacht auf Dienstag in Ferguson im US-Bundesstaat Missouri erneut zu schweren Unruhen. Es wurde Feuer gelegt, 150 Schüsse fielen und 29 Menschen wurden festgenommen. Auch am Dienstag werden Randale befürchtet. Schwarze US-Promis wie Serena Williams oder LeBron James äußerten auf Social-Media-Wegen ihr Unverständnis.

In der Nacht auf Dienstag wurde die Stadt wie erwartet - Missouri-Gouverneur Jay Nixon hatte schon zuvor die Nationalgarde angefordert - von heftigen Krawallen erschüttert. Autos und Häuser standen in Flammen, es kam zu Plünderungen und Schüsse fielen. "Mörder, nicht anderes als Mörder", schrie eine Frau bei einem Protest vor dem Polizeihauptquartier mit einem Megafon.

Polizei: Mindestens 150 Schüsse gehört

Die Unruhen in Ferguson seien deutlich größer als jene, die unmittelbar nach den tödlichen Schüssen ausgebrochen waren, sagte der Polizeichef des Bezirks St. Louis, Jon Belmar. Er habe mindestens 150 Schüsse gehört. Die Polizei griff zu Tränengas und Blendgranaten, 29 Menschen wurden festgenommen. Um den Flugverkehr nicht zu gefährden, wurde ein Überfliegen der Kleinstadt verboten.

Laut Sender "NBC" kam es auch in den Städten New York, Chicago und der Bundeshauptstadt Washington sowie Oakland in Kalifornien und Philadelphia zu Protesten. Unklar blieb, ob Schüsse auf einen Polizisten in dem nahegelegenen Ort University City im Zusammenhang mit den Krawallen in Ferguson standen. Der Beamte wurde am Arm verletzt.
Schwarze US-Sportstars wie die Tennis-Weltbeste Serena Williams, Basketball-Legende Earvin "Magic" Johnson oder der NBA-Star LeBron James reagierten mit Unverständnis. "Beschämend. Was muss noch passieren???" twitterte Williams, Johnson bekannte sich "sehr enttäuscht".

 

Wow. Just wow. Shameful. What will it take???
— Serena Williams (@serenawilliams)


I am very disappointed with decision in the Mike Brown case in Ferguson, MO.
— Earvin Magic Johnson (@MagicJohnson)


As a society how do we do better and stop things like this happening time after time!! I'm so sorry to…
— LeBron James (@KingJames)


What did he do to deserve to DIE?
— Diddy (@iamdiddy)


Peaceful protestors didn't make it to television.
— Chris Rock (@ozchrisrock)


My Heart is still heavy after last night... But I come from a Praying family! & the Power of Prayer?
— Missy Elliott (@MissyElliott)
Seite 2: So reagierten Familie und Obama

Jury großteils weiß

Die Geschworenenjury sehe keine hinreichenden Beweise für eine Straftat, gab die Staatsanwaltschaft am Montag in Clayton bekannt. Rund drei Monate hatte sich die Jury, bestehend aus drei schwarzen und neun weißen Geschworenen, mit dem Fall beschäftigt. Darren Wilson hatte den 18-jährigen Brown , er selbst sprach von Notwehr. Viele werfen dem Polizisten rassistische Motive vor. Die Jury fand dafür aber keinerlei Anhaltspunkte.

Familie und Anwälte enttäuscht

Die Familie von Michael Brown zeigte sich nach der Entscheidung "zutiefst enttäuscht". "Auf Gewalt mit Gewalt zu antworten, ist keine angemessene Reaktion", riefen die Angehörigen jedoch zur Ruhe auf.

Die Anwälte der Familie von Michael Brown haben die juristische Aufarbeitung der tödlichen Polizeischüsse auf den schwarzen Jugendlichen scharf kritisiert. Der Prozess sei "vollkommen unfair" gewesen, sagte Benjamin Crump am Dienstag in St. Louis. Der Staatsanwalt Robert McCulloch habe eine enge Beziehung zur lokalen Polizei in Ferguson und sei eine völlige Fehlbesetzung gewesen.

Daher habe man schon gegen seine Einsetzung protestiert und einen unabhängigen Ermittler gefordert, bevor die Geschworenenjury im August ihre Arbeit aufnahm. Der Anwalt Anthony Gray erklärte, die Beweise seien von der Staatsanwaltschaft bewusst auf eine Weise präsentiert worden, damit der Polizist Darren Wilson nicht angeklagt werde. Viele Fragen an die Zeugen seien zynisch und sarkastisch gewesen. Er betonte, dass die Ermittlungen der Bundesbehörden gegen den Beamten noch nicht abgeschlossen seien.

Obama: "Müssen Entscheidung akzeptieren"

US-Präsident Obama wandte sich umgehend an die Presse, um das Urteil einer Geschworenenkammer zu verteidigen. "Wir sind eine Nation, die auf dem Rechtsstaatsprinzip gründet", sagte er in Washington. "Wir müssen diese Entscheidung akzeptieren, die von der Jury zu treffen war."

Die Polizei erwartet weitere gewaltsame Proteste. Der Gouverneur von Missouri, Jay Nixon, hatte vergangene Woche den Notstand ausgerufen und die Nationalgarde mobilisiert. Gemeinsam mit zahlreichen Polizisten soll sie für Ruhe sorgen.

Kritik aus Frankreich

Scharfe Kritik an der Jury-Entscheidung übte die schwarze französische Justizministerin Christiane Taubira. "Tötet sie, bevor sie groß werden", zitierte sie auf Twitter den jamaikanischen Reggae-Musiker Bob Marley und verwies darauf, dass Brown nicht der erste durch Polizeikugeln niedergestreckte Teenager war.

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