USA planen Laptop-Verbot auf Flügen aus Europa

Sind Laptops an Bord bald ein Relikt aus der Vergangenheit?
Sind Laptops an Bord bald ein Relikt aus der Vergangenheit?Bild: Matej Kastelic
Die US-Behörden überlegen sich, den "E-Ban" auf elektronische Geräte in Flugzeugen aus Europa auszuweiten.

Dürfen Flugreisende, die von Europa in die USA fliegen, ihre Laptops oder Tablets bald nicht mehr im Handgepäck mit ins Flugzeug mitnehmen? Offenbar überlegt sich das das US-Heimatschutzministerium. Die Antworten auf die wichtigsten Fragen.

Was haben die US-Behörden vor?

Sie denken darüber nach, den sogenannten "E-Ban" – also das Verbot von größeren elektronischen Geräten in der Flugzeugkabine – auf mehrere europäische Länder auszuweiten. Im März hatte das US-Heimatschutzministerium (Department of Homeland Security, DHS) ein entsprechendes Verbot für zehn Flughäfen im Nahen Osten, in Nordafrika und in der Türkei verhängt. Die Begründung: Terrorgefahr. In elektronischen Geräten könnten Bomben versteckt sein, so die US-Geheimdienste.

Um welche Geräte geht es?

Betroffen sind Geräte, die größer als ein Smartphone sind. Konkret betroffen sind Laptops, Tablets, E-Reader, Kameras und tragbare DVD-Player, aber auch Spielkonsolen wie die Nintendo Switch.

Wie konkret sind die Pläne?

Ein Sprecher des US-Heimatschutzministeriums sagte der Deutschen Presse-Agentur, es würden "entsprechende Überlegungen" laufen. Fix entschieden ist noch nichts – eine offizielle Ankündigung des DHS wird erwartet. In Europa ist man bereits nervös: Laut Informationen der "Süddeutschen Zeitung" tagt das Flugsicherheitskomitee der EU, um sich mit der Situation zu befassen. Gemäß dem Bericht rechnen manche Branchenkenner damit, dass der E-Ban für Europa bald bekannt gegeben wird und ebenso kurzfristig in Kraft tritt. In einer Woche gibt es eint Treffen dazu zwischen EU- und US-Vertretern.

Was sagen die Fluglinien zum drohenden Laptop-Verbot?

Es würden noch keine neuen Anweisungen der US-Behörden für Flüge in die USA vorliegen, heißt es von europäischen Fluglinien. Aber: für eine potenzielle Ausweitung des E-Ban ist man bereits gerüstet.

Wie stark würden die europäischen Airlines unter dem Verbot leiden?

Es könnte direkte Auswirkungen auf die Nachfrage haben, wie ein Blick auf Emirates zeigt. Die Nahost-Airline reduziert ab Mai ihr Angebot an USA-Flügen um 20 Prozent – und begründet das unter anderem mit dem Laptop-Verbot: "Die Beschränkungen bei der Mitnahme von elektronischen Geräten ins Flugzeug haben einen direkten Einfluss auf das Kundeninteresse", schreibt die Airline.

Was bedeutet der E-Ban für die Passagiere?

Sie müssten noch mehr Sicherheitskontrollen über sich ergehen lassen, sodass die Airlines sicher sein können, dass auch wirklich keine elektronischen Geräte an Bord sind. Deswegen müssten die Passagiere nochmals früher am Flughafen sein. Branchenkenner sagen zudem voraus, dass es wegen der zusätzlichen Sicherheitskontrollen zu deutlichen Verspätungen kommen könnte.

Wie gehen bereits betroffene Airlines mit dem Laptop-Bann um?

Manche Fluglinien haben bereits Lösungen parat, um ihren Passagieren das Leben wenigstens ein bisschen zu erleichtern. Bei Turkish Airlines dürfen die Fluggäste ihre Geräte bis zum Boarding Gate mitnehmen. Dort werden die Laptops oder Tablets von der Crew eingesammelt und "sicher verpackt", wie die Fluglinie schreibt. Nach der Landung werden die Geräte wieder ausgehändigt. Etihad Airways stellt den Passagieren firmeneigene iPads zur Verfügung. Bei Qatar Airways gibts für Kunden der Business Class sogar Laptops an Bord, bei Emirates Surface-Tablets von Microsoft. (vb)

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