Welt

USA und Russland streiten um die Ukraine

Heute Redaktion
14.09.2021, 15:32

In der ukrainischen Hauptstadt Kiew haben auch am Sonntag die prowestliche Opposition sowie Anhänger der russlandfreundlichen Regierung demonstriert. Allein zur Massendemo der Regierungsgegner um Boxweltmeister Vitali Klitschko versammelten sich mindestens 200.000 Menschen auf dem Unabhängigkeitsplatz Maidan im Stadtzentrum. Ein Großaufgebot von Polizisten war im Einsatz.

In der ukrainischen Hauptstadt Kiew haben auch am Sonntag die prowestliche Opposition sowie Anhänger der russlandfreundlichen Regierung demonstriert. Allein zur versammelten sich mindestens 200.000 Menschen auf dem Unabhängigkeitsplatz Maidan im Stadtzentrum. Ein Großaufgebot von Polizisten war im Einsatz.

Die Opposition hält den zentralen Unabhängigkeitsplatz Maidan seit über drei Wochen besetzt. Damit protestiert sie dagegen, dass Präsident Viktor Janukowitsch ein  Abkommen mit der EU  auf Druck Russlands verweigert hatte. Die EU hat die Arbeit an dem geplanten Assoziierungsabkommen unterdessen auf Eis gelegt.

USA "auf der Seite des Volkes"

Bei den Massenprotesten hielt auch US-Senator John McCain überraschend eine Rede. Er forderte die Bürger der ehemaligen Sowjetrepublik auf, sich Europa statt Russland zuzuwenden. "Die Ukraine wird Europa verbessern und Europa die Ukraine", so der republikanische Außenpolitiker. Am Samstag hatte er sich mit Klitschko und Jewgenija Timoschenko, der Tochter der inhaftierten Oppositionsführerin Julia Timoschenko, getroffen. "Wir stehen auf der Seite des ukrainischen Volkes", betonte McCain.

Prorussische Demo viel kleiner

Zur gleichen Zeit wie die Regierungsgegner versammelten sich etwa 15.000 Anhänger des prorussischen Janukowitsch in einem Park. Sie behaupten, eine Annäherung an die EU würde dem Land schweren Schaden zufügen, und werfen dem Staatenbund Einmischung in innere Angelegenheiten vor. Die regierende Partei der Regionen hatte die Kundgebung kurzfristig verlegt, die im Abstand von nur 300 Metern zur Opposition geplant gewesen war.

Klitschko will deutsche Vermittler

Klitschko setzt aber auch auf die deutsche Diplomatie. "Deutschlands Wort hat hier großes Gewicht", sagte er gegenüber dem Nachrichtenmagazin "Der Spiegel". "Ich wäre froh, wenn sich die Bundesregierung als Vermittlerin einschalten würde." Der Oppositionspolitiker warnte zudem vor einer Eskalation vonseiten der Sicherheitskräfte.

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