Einen sauberen und gesitteten Wahlkampf hatten sich die meisten der Beteiligten vorgenommen. Tatsächlich zeigten die vergangenen Wochen jedoch das genaue Gegenteil: persönliche Angriffe und scharfe Worte wurden reichlich ausgetauscht.
Stil und Anstand gefordert
Am Dienstagvormittag meldet sich deshalb erstmals im noch jungen Intensivwahlkampf Bundespräsident Alexander Van der Bellen zu Wort. "Viel wird dieser Tage über Stil und Anstand geredet und wer wem was nachsagt", so Van der Bellen.
Der Präsident ermahnte alle Politiker, Parteien und auch Bürgerinnen und Bürger, "die Augen auf das zu fokussieren, worum es wirklich geht: Das Wohl unseres Landes".
Fordert Entschärfung der Worte
Er habe Verständnis dafür, dass im Wahlkampf Auseinandersetzungen auch einmal etwas schärfer geführt werden. "Seien Sie sich im Interesse Österreichs aber bewusst, dass es nach der Wahl eine intakte Gesprächsbasis bedarf", so Van der Bellen. Er appelliere daran, es zu keinen Kränkungen kommen zu lassen, die Koalitionsverhandlungen nach dem Wahltag verunmöglichen würden.
Alle Bürger rief er darüber hinaus dazu auf, von ihrem Wahlrecht Gebrauch zu machen. Denn: "Das Recht zu wählen ist keine Selbstverständlichkeit."
Das gesamte Video-Statement. (Quelle: Video3)
Außerdem ermahnte er die Wähler, sich genau zu informieren und "hinter die Slogans und Wahlkampfsprüche zu blicken" und die Partei zu wählen, der sie zutrauen, die großen Herausforderungen der nächsten Jahre zu meistern.
(red)