Van der Bellen verteidigt Dokumentationsarchiv

Bundespräsident Alexander Van der Bellen zu Gast beim Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes.
Bundespräsident Alexander Van der Bellen zu Gast beim Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes.Bild: Screenshot Twitter
Bundespräsident Van der Bellen stärkte jetzt dem Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes öffentlich den Rücken.

Bundespräsident Alexander Van der Bellen besuchte am Mittwoch gemeinsam mit seiner Ehefrau Doris Schmidauer das Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes (DÖW). Mit seinem Besuch stärkte der Präsident dem DÖW ganz öffentlich den Rücken, nachdem dieses in den vergangenen Monaten immer wieder Angriffen rechter politischer Gruppierungen ausgesetzt gewesen war.

Van der Bellen kann DÖW-Kritik nicht nachvollziehen

Der Bundespräsident sieht den Wert der wissenschaftlichen Arbeit des Dokumentationsarchives als "unbestreitbar" an. "Das ist alles ganz ernst zu nehmende Forschung, unverzichtbare Dokumentation", erklärt der Präsident, der mit seinem Besuch auch ein Zeichen der Unterstützung für das Archiv setzen will. Van der Bellen ist beim DÖW allerdings kein Unbekannter. Bereits früher hatte er dem Archiv einen Besuch abgestattet, damals allerdings noch nicht in seiner Funktion als Bundespräsident. Außerdem ist seine Ehefrau über Jahre hinweg beim DÖW beruflich engagiert gewesen.

DÖW Beteiligung an der FP-Historikerkommission?

Van der Bellen hat kein Problem damit, wenn sein Besuch als warnendes Signal an österreichische Politiker verstanden wird, die immer wieder am rechten Rand anstreifen würden. Der Bundespräsident erinnerte in diesem Zusammenhang aber auch an die Ankündigung von Vizekanzler Strache (FP), das DÖW in die momentan laufende Arbeit der sogenannten Historikerkommission der Freiheitlichen einbinden zu wollen. Man werde sehen, ob das überhaupt funktionieren werde, aber die Ankündigung alleine habe Van der Bellen durchaus positiv zur Kenntnis genommen.

Präsident empfiehlt Jungpolitikern DÖW-Besuch zum Geschichte lernen

Bei seinem Besuch wurde Van der Bellen auch auf den umstrittenen Vergleich von Schriftsteller Michael Köhlmeier angesprochen. Dieser hatte sowohl FPÖ als auch ÖVP auf schärfste kritisiert, in dem er beispielsweise das Schließen von Fluchtrouten mit der Politik der Nationalsozialisten verglichen hatte. Vor allem die ÖVP hatte sich über diesen "unpassenden" Vergleich echauffiert. Auf die Frage, ob er vor allem jüngeren Politikern einen Besuch beim DÖW empfehlen würde, um sich dort über die Geschichte Österreichs zu informieren, antwortete Van der Bellen: "Nicht nur Politikern, im Grunde genommen allen!" Allerdings sollten Politiker laut dem Bundespräsidenten ohnehin über ein gewisses historisches Basiswissen verfügen.

Zum Abschluss des Besuches gab es vom Präsidenten übrigens noch eine freundliche Widmung im Gästebuch des Dokumentationsarchives:

(mat)

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