Vater (78) erwürgt – 18 Jahre Haft für Sohn

Der Beschuldigte soll seinen Vater erwürgt haben.
Der Beschuldigte soll seinen Vater erwürgt haben.fotokerschi.at
Am Landesgericht Steyr muss sich heute ein 43-Jähriger wegen Mordes verantworten. Er soll seinen Vater (78) in Enns erwürgt haben.

Die Familientragödie hatte sich am Faschingsdienstag, dem 25. Februar dieses Jahres, im Wohnhaus des späteren Opfers (78) in Enns (Bez.Linz-Land) ereignet (wir berichteten). 

Christian P. (42) soll im Streit seinen Vater Josef P. erwürgt haben. Schon in der Vergangenheit soll es immer wieder zu Auseinandersetzungen der beiden gekommen sein. An jenem Abend dürfte es wieder einmal Unstimmigkeiten bezüglich der medizinischen Pflege der dementen Mutter gegeben haben.

"Massive Gewalt angewendet"

Der Sohn kam am Tattag in die elterliche Wohnung in Enns. Als sich der Vater weggedreht habe, fasste er ihn laut Staatswanwaltschaft an der Schulter, drehte ihn zu sich und drückte zu. "Die Kehlkopfhörner wurden gebrochen und es kam zu Staublutungen in den Augen", las Staatsanwalt Andreas Pechatschek am Dienstag vor Gericht aus dem gerichtsmedizinischen Gutachten. Der Sohn habe "massive, erhebliche Gewalt angewandt".

Pechatschek betonte, dass der 43-Jährige erst im Nachhinein die Tötungsabsicht geleugnet habe. 

Der Verteidiger des Angeklagten beschrieb das Opfer als Tyrannen. Der Angeklagte sowie die Mutter hätten darunter jahrelang gelitten.  

Der Beschuldigte sei zuerst angegriffen worden

Vor dem Richter bekannte sich der 43-Jährige nicht schuldig im Sinne der Anklage, sondern nur wegen Totschlags. Er betonte, seinen Vater nicht vorsätzlich erwürgt zu haben. Er habe im berauschten Zustand eine Attacke des Vaters mit dem Ellenbogen abgewehrt. Der Beschuldigte sei zuerst von dem Pensionisten angegriffen worden. Deshalb sei der Angeklagte in Rage geraten. Er habe sich laut eigener Aussage dann solange gewehrt, bis sich der Vater nicht mehr gerührt hat.

Nach seinem Burnout im Jahr 2011 habe sich das Verhältnis zum Vater weiter verschlechtert. Der Sohn habe sogar versucht, sich mit einem Medikamenten-Cocktail das Leben zu nehmen. 

Vor dem Richter meinte der Beschuldigte außerdem, sein Vater habe die Mutter bewußt krank machen wollen, damit er sie bald los habe. 

Reue zeigte der Angeklagte vor Gericht nicht. Laut Gutachten war er zum Tatzeitpunkt zurechnungsfähig. Das Urteil fiel entsprechend hart aus: Chrisitain P. wurde wegen Mordes zu 18 Jahren verurteilt. Das Urteil ist allerdings nicht rechtskräftig, der Verteidiger von P.  legte umgehend Nichtigkeitsbeschwerde und Strafberufung ein, auch der Staatsanwalt meldete Strafberufung an.

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