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Vatikan verordnet Auszeit für Protz-Bischof

Heute Redaktion
14.09.2021, 15:41

Der Vatikan will einem Medienbericht zufolge den umstrittenen Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst im Amt belassen. Papst Franziskus lässt den Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst im Amt, verordnet ihm aber eine Auszeit. Außerdem soll eine Kommission eingerichtet werden, die eine detaillierte Prüfung der Ausgaben des Bischofs durchführen soll.

Der Vatikan will einem Medienbericht zufolge im Amt belassen. Papst Franziskus lässt den Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst im Amt, verordnet ihm aber eine Auszeit. Außerdem soll eine Kommission eingerichtet werden, die eine detaillierte Prüfung der Ausgaben des Bischofs durchführen soll.

Papst Franziskus lässt den Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst im Amt, verordnet ihm aber eine Auszeit. Tebartz-van Elst werde bis zum Abschluss der Überprüfung der Vorwürfe gegen ihn "eine Zeit außerhalb der Diözese" verbringen, teilte der Vatikan am Mittwoch mit. Das Bistum soll nun vorläufig durch den bisherigen Wiesbadener Stadtdekan Wolfgang Rösch geführt werden.

Der Heilige Vater sei über die Lage in der Diözese Limburg zu jedem Zeitpunkt umfassend und objektiv informiert worden, teilte der Vatikan mit. "In der Diözese ist es zu einer Situation gekommen, in der Bischof Tebartz-van Elst seinen bischöflichen Dienst zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht ausüben kann", hieß es in der vatikanischen Presseaussendung.

Rätselraten über Dauer des Rückzugs

Die "Bild"-Zeitung hatte zuvor in ihrer Online-Ausgabe berichtet, Tebartz-van Elst solle sich lediglich für zwei bis drei Monate zurückziehen und danach seine Amtsgeschäfte wieder aufnehmen. Dies geht aus der offiziellen Erklärung des Vatikans aber nicht hervor.

Der Bischof ist seit Wochen wegen der Baukosten in Höhe von mindestens 31 Millionen Euro für seinen Bischofssitz sowie eines beantragten Strafbefehls wegen Falschaussage der Kritik ausgesetzt. Am Montag gewährte ihm Papst Franziskus eine Audienz, um seine Sicht zu den Vorwürfen vorzutragen. Tebartz-van Elst hatte gut eine Woche in Rom auf das Gespräch mit dem Papst über die Situation in Limburg gewartet. Vor dem Limburger Bischof hatte der Kölner Erzbischof Joachim Kardinal Meisner eine Privataudienz bei Franziskus.

Upgrade in die Business Class  

Der Bischof hat nicht nur in der katholischen Kirche Probleme, auch die Justiz ermittelt gegen ihn. Die Hamburger Staatsanwaltschaft stellte Strafantrag gegen Tebartz-van Elst, weil er unter Eid zu einem teuren Flug nach Indien falsch ausgesagt haben soll. Ihm wird vorgeworfen, eine falsche Erklärung über ein Upgrade in die Business Class gemacht zu haben. Das Amtsgericht Hamburg hat noch nicht entschieden, ob es Strafbefehl erlässt. Parallel prüft die Staatsanwaltschaft Limburg, ob sie nach mehreren Anzeigen ein Ermittlungsverfahren wegen Untreue gegen Tebartz-van Elst einleitet.

Vorgezogen wurde vom Papst die von Bischof Tebartz-van Elst mit 1. Jänner 2014 ausgesprochene Ernennung des Stadtdekans Rösch zum Generalvikar. Mit sofortiger Wirkung werde Rösch die Diözese Limburg "während der Abwesenheit des Diözesanbischofs im Rahmen der mit diesem Amt verbundenen Befugnisse verwalten", heißt es in der Pressemitteilung des Vatikan.

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