Veith über Rücktritt: "Ich habe mich darauf gefreut"

Anna Veith inmitten ihrer Trophäen.
Anna Veith inmitten ihrer Trophäen.Picturedesk
Tag 1 nach dem Karriere-Ende! Wie geht es Anna Veith nach dem Karriere-Aus? Österreichs Ski-Ass erklärt ihre Gemütslage und ihre Pläne.

"Meine Träume sind nicht so definiert wie vor Jahren. Als junges Dirndl wusste ich genau, was ich wollte. Jetzt sind sie nicht mehr so klar. Ich kann jetzt loslassen und das Leben lockerer sehen. Das ist mir als Sportlerin schwer gefallen", erklärt Veith in der ORF-Sendung "Sport am Sonntag" .

Mit ihrer Entscheidung hadert sie keine Sekunde: "Ich habe mich seit Tage darauf gefreut, dass es offiziell wird. Seit heute Früh fühle ich mich befreiter. Die ganzen Erinnerungen sind wunderschön, ich kann es genießen und schätzen, was in den letzten 15 Jahren passiert ist. Es freut mich, dass ich das so erleben kann, dass es mir gut geht dabei."

Die Salzburgerin nimmt erneut Stellung zur Frage der Familienplanung: "Der Kinderwunsch ist auf alle Fälle da, aber nicht das Primäre. Jetzt will ich eine neue Orientierung, einen neuen Alltag finden."

Der neue Alltag war zuletzt geprägt von der Coronakrise, die auch an Veith nicht spurlos vorbei gegangen ist. "Ich hatte viel Zeit mit der Familie zu Hause, um Sachen aufzuarbeiten und zu bereden. Für viele Dinge hat sich ein Bewusstsein entwickelt. Ich glaube nicht nur bei mir, sondern bei vielen anderen Leuten auch." Auch für Veith war es eine Erleichterung, als die Ausgangs-Beschränkungen gelockert wurden: "Nach den Lockerungen bin ich gleich zu meiner Mama gefahren. Telefonieren ist okay, aber der soziale Kontakt ist mir schon abgegangen."

Für die Zukunft habe sie auch weiterhin keine konkreten Pläne: "Ich habe kein wirkliches Interesse am Job des ÖSV-Präsidenten", schmunzelt sie. Aber eine Tätigkeit mit jungen Ski-Talenten scheint im Bereich des Möglichen: "Ich finde, dass es zu wenige Trainerinnen gibt", meint Veith - die gleichzeitig die schwierige Seite am Beruf sieht: "Es ist kein frauenfreundlicher Beruf. Das viele Reisen ist nicht sehr familienfreundlich, wahrscheinlich liegt es daran."

Mit anderen Worten: Veith will zunächst die Zeit mit der Familie genießen, ehe sie sich anderen Aufgaben zuwenden will. Sie hat jetzt auch viel mehr Zeit für Ehemann Manuel Veith, der erklärt, wie er die Rücktritts-Gedanken seiner Anna miterlebt hat: "Begonnen hat es nach ihrer Kreuband-Verletzung. Ab da war es immer ein Jahres-Projekt. Sie hat immer geschaut, wie es ihr geht. Dem Knie, mental, psychisch. Es war immer ein Ausloten."

Nach allen Höhen und manchen Tiefen einer großen Ski-Karriere steht nun fest: Die Karriere ist vorbei. Man darf gespannt sein, was die Zukunft für Veith bereit hält.

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