"Ungewohnt emotionaler" Angriff auf Minister Faßmann

Der Linzer Bürgermeister Klaus Luger (SPÖ) kritisiert das Vorgehen von Unterrichtsminister Heinz Faßmann heftig. 
Der Linzer Bürgermeister Klaus Luger (SPÖ) kritisiert das Vorgehen von Unterrichtsminister Heinz Faßmann heftig. Picturedesk/APA
Der Linzer Bürgermeister Klaus Luger geht mit Unterrichtsminister Heinz Faßmann hart ins Gericht: "Er soll Kompetenzen an die Länder abtreten." 

Zirka 15 Minuten sprach der Linzer Bürgermeister Klaus Luger (SPÖ) in einer Pressekonferenz über die aktuelle Corona-Situation an Oberösterreichs Schulen – "durchaus ungewohnt emotional", wie der 61-Jährige selbst gestand. 

"Wir haben heute einen traurigen Rekord. Erstmals in der Pandemie wurden 300 Linzer an einem Tag positiv auf das Coronavirus getestet – und 100 von ihnen waren Schüler", begann Luger seine Rede.

"Anders als im Vorjahr, als wir noch die Älteren schützen mussten, sind jetzt unglaublich viele Kinder infiziert. Jetzt sehen wir, dass die Fünf- bis Zwölfjährigen zu den größten Spreadern zählen. Wir müssen hier dringend handeln." 

"Wir haben aktuell ein 'Null-Learning'"

Verantwortlich für die hohen Infektionszahlen bei Kindern und Jugendlichen macht Luger Unterrichtsminister Heinz Faßmann, der sich dafür einsetzt, dass die Schulen auch im Lockdown geöffnet haben. "Faßmann handelt verantwortungslos", so Luger.

"Er handelt verantwortungslos gegenüber allen Schülern. Er handelt verantwortungslos gegenüber der gesamten Gesellschaft. Und er handelt auch aus pädagogischen Gründen verantwortungslos. Wir haben kein Distance Learning, wir haben aktuell ein 'Null-Learning'."

Luger erzählte weiters, was er in Gesprächen auf der Straße zu hören kriegt: "Es herrscht ein großer Groll darüber, dass die Schulen geöffnet sind. Ja, teilweise sogar Aggression." Luger fordert jetzt von Faßmann: "Der Bundesminister muss endlich eine klare Entscheidung treffen. Welchen Beitrag leisten Schulen zum Rückgang des Infektionsgeschehens? Da kann es nur eine Maßnahme geben: Lockdown auch in den Schulen, eine sofortige Umstellung auf Distance Learning." 

Luger geht aber noch weiter: "Faßmann soll die Kompetenzen an die Bundesländer abtreten. So wie es das Gesundheitsministerium auch gemacht hat, als es gemerkt hat, dass es das mit dem Impfen nicht hinkriegt." Sein Nachsatz am Ende der Pressekonferenz: "Ich hoffe, dass dies der letzte Appell an den Bundesminister ist, endlich zur Vernunft zu kommen."

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