Verbund-Gewinn geht in Maßnahmen gegen Teuerung

Die 400-Millionen-Sonderdividende des Verbund gehen mehrheitlich in Maßnahmen gegen die Teuerung, kündigt Bundeskanzler Karl Nehammer an.
Die 400-Millionen-Sonderdividende des Verbund gehen mehrheitlich in Maßnahmen gegen die Teuerung, kündigt Bundeskanzler Karl Nehammer an.Helmut Graf
Der Verbund schüttet 400 Mio. Euro an Sonderdividenden aus. Dieses Geld wird laut Kanzler Nehammer in Maßnahmen gegen die Teuerung fließen.

Die Nachricht sorgte für große Aufregung in sozialen Netzwerken: Menschen können sich die Energierechnungen nicht mehr leisten, doch der Stromerzeuger Verbund will eine weitere Sonderdividende in Höhe von 400 Millionen Euro ausschütten.

"NEIN! Einfach nein. Wieso sollten AktionärInnen an hohen Energiekosten aufgrund von Krieg verdienen?", schreibt etwa SPÖ-Nationalratsabgeordnete Julia Herr. SJ-Vorsitzender Paul Stich fordert gar ein Dividendenverbot für Energiekonzerne. Insgesamt wird dieses Jahr mit einer Gesamtdividende in der Höhe von rund 1,2 Milliarden Euro gerechnet. 2023 soll der offizielle Beschluss und die Auszahlung erfolgen.

80 Prozent gehören uns

Doch wer sind diese Aktionäre, an die diese Sonderdividende fließt? Kurze Antwort: Wir alle. Denn 51 Prozent der Aktien hält die Republik Österreich, weitere 30 Prozent gehören den regionalen Energieversorgern wie EVN, Wien Energie und TIWAG, die ihrerseits im Mehrheitseigentum von Stadt und Land stehen. Nur 20 Prozent der Aktien befinden sich in Streubesitz – wovon wiederum ein großer Teil auf Pensionsfonds zurückgeht. 

Bundeskanzler Karl Nehammer begrüßt deswegen den Verbund-Beschluss der Ausschüttung einer Sonderdividende: "Schon gestern hat der Verbund ein großes Entlastungspaket für seine Kundinnen und Kunden vorgelegt. Allen Bestandskunden werden zwei Monatsrechnungen gut geschrieben; einkommensschwache Haushalte bekommen vier Monate gutgeschrieben."

Neue Maßnahmen gegen Teuerung

Auch der heutige Schritt zeige, dass der Verbund als teilstaatliches Unternehmen seine Verantwortung in schwierigen Zeiten sehr ernst nehme. Die Sonderdividende sei ein klares Signal dafür, dass das Unternehmen von "windfall profits" nicht selbst profitieren will, sondern über das Entlastungspaket und die Sonderdividende dieses Geld wieder zurück zu den Menschen fließen kann.

Als größter Miteigentümer des Unternehmens kann die Republik Österreich die zu erwartende Dividende und die Sonderausschüttung für die Finanzierung von Entlastungsmaßnahmen im Kampf gegen die Teuerung einsetzen. "Der Finanzminister hat von mir den Auftrag bekommen, diese Mittel entsprechend für die Entlastung der Menschen einzuplanen", kündigt Nehammer an. "Die öffentliche Hand soll nicht von 'windfall profits' bei Unternehmen profitieren, die mehrheitlich im Besitz der Republik sind."

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