Vereinssterben im Fußball-Unterhaus geht weiter

Fußball, Symbolbild
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In der kommenden Saison verliert der niederösterreichische Fußballverband mit aktuellem Stand 15 Vereine, auch in Wien sieht es nicht besser aus.

Es war absehbar und wurde mit der Veröffentlichung der Klasseneinteilung für Niederösterreich am Dienstag schwer zu übersehen: Die Corona-Jahre bedeuten für viele Fußballvereine im Amateurbereich das Aus. Schon in den vergangenen Jahren wurde die Zahl der Vereine im Osten des Landes weniger. Ganze 15 Vereine verliert der niederösterreichische Verband heuer – ein neuer Tiefpunkt wurde erreicht. In Wien droht die Auflösung der 2. Klasse.

Große Probleme im Weinviertel

Am schlimmsten erwischt es die Bezirksklasse Weinviertel (ehemals 3. Klasse Region Mistelbach), gleich drei Vereine stellen kommende Saison den Spielbetrieb ein. Der USV Klement gibt nach einem Jahr Pause zudem auch ganz auf, ein zunächst erhofftes Comeback bleibt aus. Weil mit der SG Dürnkrut/Jedenspeigen II zumindest auch ein Verein dazukommt, hat man nächste Saison zumindest noch elf statt 13 Vereine. Mit dem ASV Baden löste sich weiter südlich ein Traditionsverein ein Jahr (!) vor seinem 100-jährigen Jubiläum auf.

Generell sorgte die Corona-Zeit bei vielen Vereinen für Kopfzerbrechen. Die wiederholten Saisonabbrüche und Trainingsverbote führten dazu, dass viele Spieler aufhörten bzw. nicht mehr zu ihren Vereinen zurückkehrten. Auch wirtschaftlich wurden viele Vereine durch das Wegfallen von Sponsoren auf die Probe gestellt.

Ähnliches Problem auch in Wien

Das Problem kennt man allerdings nicht nur in Niederösterreich. In Wien droht die Auflösung der 2. Klasse, der Verband will diese zwar noch retten, berief diese Woche deshalb eine Klassensitzung ein, rosig sieht es aber nicht aus. Noch ist im Gegensatz zu Niederösterreich (die Saison läuft teilweise noch) die Klasseneinteilung nicht veröffentlicht, laut "Heute"-Informationen wird sich aber einiges tun.

Bis 2014 hatte man noch eine gut gefüllte 3. Klasse, zuletzt wurden aus den zwei 2. Klassen eine, in der vergangenen Saison nur noch sieben Vereine an den Start gingen. Der SC Delta löste sich bereits während der Saison auf. Bei Dynamo Meidling und der Inzersdorfer Jugend stehen die Zeichen auf Abschied. Mit den, zumindest aktuell, demnach noch vier verbleibenden Vereinen lässt sich keine Meisterschaft spielen. 

2. Klasse wackelt noch

Weil sich in der 1. Klasse/B Eurasya bereits aufgelöst hat, bei GS United in der 1. Klasse/A die Zeichen auf Fusion mit einem anderen Verein stehen und auch bei mehreren anderen Vereinen der Fortbestand wackelt, wird es wohl auch keine Absteiger geben. Die Auflösung der 2. Klasse wäre die logische Folge, wenn nicht noch mehrere Neu-Anmeldungen kommen, Oberliga und/oder 1. Klasse würden dann wohl aufgestockt.

Ein recht kurioses Szenario könnte deshalb etwa dem Penzinger SV widerfahren. Der 2013 gegründete Verein stieg zwei Mal auf, wäre nächste Saison dann aber wieder in der letzten Klasse angekommen, ohne jemals abgestiegen zu sein. Noch ist das Aus für die 2. Klasse, wie von anderen Medien berichtet, aber noch nicht fix.

Vereinssterben in Niederösterreich

Regionalliga Ost: Admira Juniors

1. Klasse Ost: Hainburg

1. Klasse Nordwest-Mitte: Straning (Absteiger, Spielgemeinschaft mit Burgschleinitz)

2. Klasse Wechsel: SG Schlöglmühl/Schottwien, Willendorf

2. Klasse Steinfeld: Berndorf II

2. Klasse Triestingtal: Lanzendorf II, ASV Baden

2. Klasse Ost-Mitte: Erlaa

2. Klasse Traisental: St. Veit/Gölsen (Spielgemeinschaft mit Rohrbach)

2. Klasse Weinviertel Süd: Großengersdorf

Bezirksklasse Weinviertel: USV Klement (nach einjähriger Pause ganz aufgelöst), Kettlasbrunn, Niederabsdorf, Drösinger SC

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