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Verhältnis zwischen Muslimen und Nicht-Muslimen krit...

Heute Redaktion
14.09.2021, 13:41

Die Stimmung zur Flüchtlingsintegration und das Verhältnis zwischen Muslimen und Nicht-Muslimen wird in Österreich teils positiv, teils kritisch betrachtet. Vor allem das Verhalten einiger Muslime gegenüber Frauen wird problematisch gesehen. Das ergab eine Umfrage von Peter Hajek im Auftrag des Österreichischen Integrationsfonds (ÖIF).

Die Stimmung zur Flüchtlingsintegration und das Verhältnis zwischen Muslimen und Nicht-Muslimen wird in Österreich teils positiv, teils aber recht kritisch betrachtet. Vor allem das Verhalten einiger Muslime gegenüber Frauen wird problematisch gesehen. Das ergab eine Umfrage von Peter Hajek im Auftrag des Österreichischen Integrationsfonds (ÖIF).

Österreichische Staatsbürger wurden zu ihrer Einschätzung des Zusammenlebens von Menschen mit und ohne Migrationshintergrund sowie von Muslimen und Nicht-Muslimen befragt. Dabei wurde erhoben, welche Herausforderungen und Probleme Österreicher im Zusammenleben mit Flüchtlingen und Zuwandern sehen. Die Ergebnisse wurden in Form des neuen zusammengefasst.

Zentrale Ergebnisse des Integrationsbarometers

 


Zusammenleben mit Menschen mit Migrationshintergrund: Mehr als die Hälfte der Befragten beurteilt das Zusammenleben von Menschen mit und ohne Migrationshintergrund als sehr oder eher gut (51%), 6% als "sehr gut". Der Schwerpunkt der Bewertung liegt bei "eher gut", man ortet also auch gewisse Schwierigkeiten. 33% sehen das Zusammenleben als "eher schlecht", nur jeder Zehnte würde es allerdings als "sehr schlecht" bezeichnen. Kritischer sind Unter-30-Jährige sowie tendenziell niedrigere Bildungsschichten.

 


Zusammenleben mit Muslimen. Das Verhältnis zwischen Muslimen und Nicht-Muslimen wird dagegen kritischer beurteilt: Hier finden 56 Prozent, dass das Zusammenleben eher oder sehr schlecht funktioniert. Lediglich 3% würden das Zusammenleben mit Muslim/innen als "sehr gut" bewerten, immerhin 32% als "eher gut". Schlechter als der Durchschnitt der Befragten bewerten das Zusammenleben Unter-30-Jährige und niedrigere Bildungskohorten.

 


Größte Herausforderungen. Der Bereich „Deutsch lernen“ wird als größte Herausforderung empfunden (siehe Graphik unten), und zwar auch von Menschen, die das Zusammenleben als positiv bewerten sowie von höheren Bildungsschichten, die der Zuwanderung etwas offener gegenüberstehen. Stärker fällt das Thema zudem Menschen am Land sowie mit Kindern ein. Auf Platz 2 folgt mit 13% das Thema Integration sowie „mangelnde Integration“. Dieser Bereich wird öfter von niedrigen Bildungsgruppen, Männern und Menschen, die das Zusammenleben als negativ empfinden, genannt. Ein kleinerer Teil der Befragten ortet zudem Abschottungstendenzen mancher Zuwanderergruppen bzw. das Entstehen von Parallelgesellschaften und Ghettos. Jeder Zehnte nennt das Thema Arbeitsmarkt. Hier gibt es verschiedene Ansichten: Ein Teil der Befragten ist der Meinung, es sei für Zuwander  ganz einfach schwierig, Jobs zu finden, etwa aufgrund niedrigerer Qualifikation und Ausbildung. oder auch aufgrund von Vorurteilen. Ein Teil führt ins Treffen, dass Asylwerber hier gar nicht arbeiten dürfen. Und zuwandererkritische Gruppen sind der Meinung, dass Ausländer entweder gar nicht arbeiten wollen oder dass sie, wenn sie arbeiten, der österreichischen Bevölkerung Jobs wegnehmen. Hier wird Zuwandern und Flüchtlingen teils auch vorgeworfen, vom österreichischen Sozialsystem leben zu wollen bzw. mehr zu bekommen als die Österreicher.



 


Größte Problembereiche: Als größte Problembereiche im Zusammenhang mit der Integration von Flüchtlingen sehen die Befragten Geringschätzung bzw. Gewaltbereitschaft einiger muslimischer Flüchtlinge gegenüber Frauen (51%), die schwierige Arbeitsplatzsuche für Flüchtlinge (50%), die Belastung des österreichischen Sozialsystems durch Flüchtlinge (49%) sowie die Gefahr durch religiösen Fanatismus und Terror (48%).

 


Arbeitsmarkt und Sozialsystem. Eine Mehrheit geht davon aus, dass das österreichische Sozialsystem und der Arbeitsmarkt durch Flüchtlinge, aber auch durch Arbeitskräfte aus Osteuropa belastet wird (70%).

 


Koppelung von Sozialleistungen. Mehr als zwei Drittel (71%) der Befragten sprechen sich dafür aus, dass die Auszahlung von Sozialleistungen an den verpflichtenden Besuch von Deutsch- sowie Wertekursen gekoppelt ist.


Lesen Sie weiter: Das erwarten Österreicher von Zuwanderern

Erwartungen an Zuwanderer

 

Auf die Frage, was Zuwander dafür tun sollen, dass die Integration und das Zusammenleben gut funktionieren, nennen die Befragten am häufigsten das Akzeptieren und Einhalten der österreichischen Gesetze, gut Deutsch zu lernen, österreichische Grundwerte zu respektieren sowie Bereitschaft zu zeigen, sich in Österreich zu integrieren. Über 80% der Befragten erwarten diese Leistungen von Zuwandern "auf jeden Fall".

Knapp unter 70 Prozent sind der Meinung, Zuwanderer sollten in Österreich auf jeden Fall einer Arbeit nachgehen und selbst nach österreichischen Grundwerten, beispielsweise im Einklang mit der Frauengleichstellung,

leben.

Jeder Zweite findet, Zuwanderer sollten sich auf jeden Fall an die österreichische Kultur anpassen und am gesellschaftlichen Leben in Österreich teilnehmen. Die restlichen Befragten sind überwiegend der Meinung,

dass Zuwanderer das „eher schon“ tun sollten. Ähnlich sieht es mit dem Abschluss einer Ausbildung in Österreich aus.

Sich ehrenamtlich für das Gemeinwohl zu engagieren, ist aus Sicht der Mehrheit schon nicht mehr unbedingt notwendig. Und eine Mehrheit von 58% ist schließlich nicht der Meinung, dass Zuwanderer ihre eigene Kultur aufgeben und die österreichische Kultur annehmen sollten.

 

Ein interessantes Detailergebnis ist, dass Unter-30-Jährigen sämtliche Werte weniger wichtig sind als mittleren und höheren Altersgruppen. Hintergrund könnte sein, dass man mit diesen Werten noch weniger anfangen kann bzw. dass manchen nicht bewusst ist, dass diese Grundwerte und -freiheiten nicht selbstverständlich sind.

Eine etwas abweichende Fragestellung zum Thema Werte wurde in einer 2014 vom ÖIF beauftragten Studie gestellt, und zwar wurden die Befragten gebeten, anzugeben, wie wichtig ihnen selbst eine Reihe von Werten sind. Dabei war die Meinungsfreiheit 99% der Befragten eher wichtig, die Gleichberechtigung von Frau und Mann 96%, die Demokratie 95% und die freie Religionsausübung 86%. Rechnet man die „sehr wichtig“ und „eher wichtig“-Nennungen aus der vorliegenden Studie aus 2015 zusammen, so ergeben sich ganz ähnliche Werte.

Integrationsminister Sebastian Kurz: "Die Ergebnisse des neuen ‚Integrationsbarometers‘ bestätigen unsere Arbeit in der Flüchtlingsintegration: Wir stellen derzeit so viele Mittel und Förderangebote wie noch nie zur Verfügung, um Flüchtlinge bei ihrer sprachlichen, beruflichen und gesellschaftlichen Integration zu unterstützen. Wir fordern aber auch, dass sie diese Angebote eigenverantwortlich wahrnehmen. Wer sich nicht engagiert, dem sollen Transferleistungen gekürzt werden."

Befragt wurden für das aktuelle ÖIF-„Integrationsbarometer“ 1.000 österreichische Staatsbürger durch Telefoninterviews sowie durch eine Online-Befragung im November 2015 sowie April 2016. Das „Integrationsbarometer“ soll künftig regelmäßig aktualisierte Zahlen und Fakten zur öffentlichen Meinung zu Integrationsthemen liefern. Das vollständige „Integrationsbarometer“ finden Sie online unter  

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