Nach dem Schulbusunfall am vergangenen Freitag in Oberösterreich, bei dem ein Schüler ums Leben gekommen und alle anderen Insassen, darunter 18 Kinder, verletzt wurden, ist eine Diskussion um die Erweiterung des Katalogs für Vormerkdelikte in Gang gekommen. Insbesondere der Umgang mit dem Mobiltelefon am Steuer steht auf dem Prüfstand.
steht auf dem Prüfstand.
Das Kuratorium für Verkehrssicherheit (KFV), der Verkehrsclub Österreich (VCÖ) und der ÖAMTC fordern laut "Kurier" die Aufnahme weiterer Delikte in den Vormerkkatalog. Dazu gehören Geschwindigkeitsübertretungen, Nichtanschnallen sowie Telefonieren ohne Freisprecheinrichtung während der Fahrt, sagte Othmar Thann, Chef des KFV. "Strafe ja, aber hier ist die generalpräventive Wirkung nicht so stark", erläuterte Thann. "Wir tendieren eher dazu, den Leuten beizubringen, wie risikoreich ihr Verhalten war", sprach sich der KFV-Direktor begleitend zu den Vormerkungen für Maßnahmen wie Verkehrscoaching aus.
Der ÖAMTC verlangte demnach ebenfalls eine "grundlegende Änderung", denn Ablenkung im Auto gelte als prioritäre Hauptursache, so der Bericht. Der VCÖ schlug in die selbe Kerbe.
Bures: CD wechseln oder Handy telefonieren
Verkehrsministerin Doris Bures (SPÖ) wies am Dienstag ebenfalls auf die großen Gefahren durch Ablenkungen hinter dem Lenkrad hin: "Ob Cola Dose aufmachen, CD wechseln oder Handy telefonieren: Ablenkung ist eine der häufigsten Unfallursachen. Telefonieren am Steuer ist - wie alle anderen ablenkenden Tätigkeiten - eine große Gefahr im Straßenverkehr. Deshalb wurden die Strafen auch von 25 auf 50 Euro erhöht. Es ist wichtig, den Menschen ins Bewusstsein zu rufen, wie gefährlich das Telefonieren ohne Freisprechanlage ist."
"Erweiterung eher nicht zielführend"
Zu einer Erweiterung des Vormerkkatalogs betonte die Ministerin, dass in den vergangenen Jahren mehrfach Expertenrunden in ihrem Ressort dazu stattgefunden hätten. "Die überwiegende Meinung war, dass die Aufnahme zusätzlicher Delikte, die den Führerscheinentzug zur Folge hätte, eher nicht zielführend ist. Verkehrssicherheit beruht immer auf drei Säulen: gute Gesetze, strenge Kontrollen und Bewusstseinsbildung - diese gilt es zu stärken. Damit wurden gute Erfolge erzielt. Unter dieser Prämisse werden wir alle Vorschläge, die nun auf dem Tisch liegen, in weitere Überlegungen einbeziehen", sagte Bures.