Verkehrslärm belastet das Herz

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Eine Meta-Analyse zeigt: Die Häufigkeit von durch Gefäßverengung verursachte Herzerkrankungen steigt statistisch signifikant mit dem Ausmaß der Belastung durch Verkehrslärm.

Verkehrslärm wirkt sich auf die Herzgesundheit aus. Das zeigt eine Analyse von Längsschnittstudien, die auf dem Europäischen Kardiologiekongress (ESC) vorgestellt wurde, berichtet die Österreichische Kardiologische Gesellschaft (ÖKG). "Angesichts der Auswirkungen von Lärm auf die Ausschüttung von Stresshormonen und die Schlafqualität scheint ein kausaler Zusammenhang zwischen Verkehrslärm und einer ischämischen Herzerkrankung plausibel", so die Studienautoren.

Ein internationales Forscherteam aus den Niederlanden, Schweden, der Schweiz und Spanien hat in Vorbereitung einer Aktualisierung der "Environmental Noise Guideline" des WHO-Regionalbüros für Europa eine systematische Analyse der verfügbaren Evidenz zu kardiologischen und metabolischen Auswirkungen von Lärmbelastung durchgeführt. Ausgewertet wurden insgesamt 61 Publikationen, die seit 2000 erschienen sind und deren Daten eine Risikoanalyse ermöglichten. Die robusteste Datenlage liegt für Straßenverkehrslärm vor, weniger hingegen für die Belastung durch Zug- oder Flugzeuglärm.

"Bei einer Analyse aller Daten (7.451 Fälle von ischämischer Herzerkrankung) errechneten die Forscher einen Anstieg des relativen Erkrankungsrisikos um 1,08 pro 10 Dezibel Anstieg der Belastung durch Straßenverkehrslärm", erklärt Prim. Doz. Franz Xaver Roithinger, Pressesprecher und Past-Präsident der ÖKG. "Das Konzept des relativen Risikos geht davon aus, dass bei einem Wert von 1 das Risiko in beiden Gruppen gleich verteilt ist. Ein Wert größer als 1 ist ein Hinweis auf einen möglichen Zusammenhang zwischen einem Risikofaktor und einer Erkrankung."

Eine ischämische, auch genannt koronare Herzerkrankung entsteht, wenn sich die Herzkranzgefäße, die das Herz mit Sauerstoff versorgen, zunehmend verengen. Ursache für die Verengung der Herzkranzgefäße sind Fett- und Kalkablagerungen an den Gefäß-Innenwänden (Atherosklerose). Diese sogenannten atherosklerotischen Plaques verstopfen die Gefäße nicht nur, sondern beeinflussen auch den Stoffaustausch zwischen Gewebe und Blut, den Blutdruck und die Fließfähigkeit des Blutes negativ.

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Krank durch die Umwelt

Dass verschiedene Umwelteinflüsse wie Lärm oder Luftverschmutzung auch die kardiovaskuläre Gesundheit stark beeinträchtigen können, ist zuletzt nicht nur zunehmend Gegenstand wissenschaftlicher Arbeiten, sondern beschäftigt verstärkt Organisationen wie die WHO oder die Europäische Gesellschaft für Kardiologie (ESC), berichtet Prim. Roithinger.

Laut Schätzungen der WHO gehen in Westeuropa pro Jahr eine Million gesunde Lebensjahre durch Lärm verloren. Eine deutsche Arbeitsgruppe aus Mainz konnte zum Beispiel in einem experimentellen Modell Zusammenhänge zwischen Lärmbelastung und einer Dysfunktion des Endothels, also der Innenwand von Blutgefäßen, nachweisen. Doz. Roithinger: "Eine Endotheldysfunktion gilt als wichtige Ursache von schweren kardiovaskulären Erkrankungen wie Herzinfarkt und Schlaganfall."

(pressetext)

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