Die Nachrichten aus der Riesending-Schachthöhle machen Hoffnung: Erstmals hat der verunglückte Höhlenforscher Johann Westhauser selbst Kontakt zur Außenwelt aufgenommen. "Er fühlt sich in der Trage sehr wohl und sendet liebe Grüße an seine Familie", gab am Samstag ein Sprecher der Bergwacht die Botschaft wieder, die der Verletzte per Funksystem gesendet hatte. Die Rettung geht gut voran, seit Sonntag steht den Forscher und sein Rettungsteam allerdings der schwierigste Streckenabschnitt bevor.
Die Nachrichten aus allerdings der schwierigste Streckenabschnitt bevor.
Zum Erreichen von Biwak 3 muss das Rettungsteam streckenweise senkrecht entlang spiegelglatter Wände in die Höhe klettern. Bisher haben sich die Retter weitgehend waagerecht bewegt, ab dem Lager Nummer 4 geht es steil nach oben.
Nach Angaben der Bergwacht hat das internationale Rettungsteam mit drei Ärzten am Sonntagvormittag das Biwak 4 erreicht, wo eine längere Ruhepause eingelegt wird. Nachdem die Gruppe die Strecke entlang der "Langen Geraden" gemeistert hat, beginnt nun ein komplizierter Abschnitt. Denn Biwak 3 in rund 700 Metern Tiefe ist nur durch Klettern entlang einer glatten Steilwand zu erreichen.
Das macht den Aufstieg nicht nur für die Rettungskräfte schwieriger und gefährlicher: "Bis zum Biwak 4 konnte der Verletzte liegend transportiert werden. Nun muss er an Seilen senkrecht in die Höhe gezogen werden", erklärte ein Sprecher der Bergwacht. Bis zu zwei Tage könne es dauern, bis die Gruppe am Biwak 3 eintreffe.
Rettungsaktion soll eine Woche dauern
Insgesamt soll der Transport des Höhlenforschers, der am Institut für Angewandte Physik des Karlsruher Instituts für Technologie arbeitet, rund eine Woche dauern. Die 60 Einsatzkräfte in der Höhle stehen vor einer schwierig Aufgabe: Sie müssen den Mann aus 1.000 Metern Tiefe auf einer Trage durch die schmalen, verwinkelten und teils rutschigen Schächte bringen.