Dieser Fehlstart kam überraschend! Die Türkei musste sich in Vancouver Australien mit 0:2 geschlagen geben, gerät bei der WM schon früh unter Druck.
"Es gibt keine Ausreden, wir hätten gewinnen müssen. Es tut uns sehr leid, wir haben alles versucht", sagte Verteidiger Merih Demiral zerknirscht. Der al-Ahli-Spieler weiß: "Unsere Landsleute haben Erwartungen an uns. Jeder ist sich der Lage bewusst, aber es gibt gute und schlechte Tage."
Die Enttäuschung war auch in den Katakomben des BC Place zum Greifen. An diesem Samstag erwischte die türkische Nationalmannschaft zum Entsetzen ihrer Anhänger in der Heimat und in Kanada – Tausende hatten die Stadt vor dem Spiel in Rot und Weiß getaucht – einen schwachen Abend. "Die Australier", sagte Trainer Vincenzo Montella, hätten allerdings auch "sehr gut verteidigt und ein starkes Spiel gemacht".
"Wir haben auf dem Platz Teamgeist gezeigt und mit Herz gespielt. Wenn wir so weitermachen, werden wir die gewünschten Ergebnisse erzielen. Wir haben alles versucht, aber uns ist das Tor nicht gelungen. Hätten wir getroffen, wäre es ganz anders gelaufen", war Montella überzeugt.
In dieselbe Kerbe schlug Stürmer Kerem Aktürkoglu: "Wir haben eine Chance vergeben und kassieren dann den ersten Gegentreffer. Während wir dachten: 'oje', wurden wir völlig überrascht. Diese Situation hätte nicht passieren dürfen. In Rückstand zu geraten, wenn man gut spielt und den Ball hat, ist demoralisierend."
Für Ex-Nationalspieler Halil Altintop, der bei MagentaTV als TV-Experte im Einsatz ist, ist die Erwartungshaltung ein Teil des Problems. "Wir verlieren uns schnell mal in der Euphorie, auch durch unsere Kultur."
Teamchef Montella will nicht in Panik verfallen. "Wir haben noch Zeit und werden unser Bestes geben, um das zu erreichen, was wir erreichen wolle." Im nächsten Spiel gegen Paraguay am Samstag (5.00 Uhr), sind drei Punkte allerdings bereits Pflicht. Dritter Gegner in Gruppe D sind die USA.