Mehr Teilnehmer als in Cortina

Verrückte Zahlen! Pokémon-EM ist größer als Olympia

Die internationale Meisterschaft in London sprengte alle Grenzen. Das wird nun durch Fakten auch richtig klar.
David Slomo
22.02.2026, 19:47
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Als ich durch die Messehallen des ExCeL London ging, wo gerade die Pokémon Europe International Championships (EUIC) 2026 stattfanden, wurde die Definition von "riesig" auf ein völlig neues Level gehoben: Die Zahl 7.000 Trainer allein bei diesem Event – und das nur in der Teilnehmerstatistik, ohne Zuschauer, Begleiter, Presse oder Staff mitzuzählen.

Zum Vergleich: Bei den Olympischen Winterspielen in Mailand und Cortina d’Ampezzo starteten laut offiziellen Angaben rund 2.900 Athletinnen und Athleten in insgesamt knapp drei Wochen Wettkampfzeit.

Anders gesagt: Die Pokémon-Europameisterschaft hatte mehr als doppelt so viele aktive Teilnehmer wie Olympia – und das in nur drei Tagen im Convention Center, nicht über zwei Wochen verteilt auf zahlreiche Sportstätten. Nochmal: Hier wurden die Fans noch nicht mit einberechnet.

Logistische Mega-Herausforderung

Chris Brown, Director of Global Esports and Events bei Pokémon, erklärt, wie diese Entwicklung in den letzten Jahren stattgefunden hat: Die Events werden von Jahr zu Jahr größer.

Pokémon ist längst nicht mehr ein Nischen-Event. Es ist ein Mammut-Turnier, das organisatorisch alles fordert: Internetverbindungen müssen stabil sein, damit Pokémon GO und die Videospiele reibungslos laufen, offizielle Matches müssen live überwacht und korrekt dokumentiert werden – ein logistischer Balanceakt.

Für Brown ist diese Entwicklung kein Zufall. Pokémon wächst und zwar nicht langsam, sondern exponentiell. Während die Olympischen Winterspiele knapp 3.000 Athleten mobilisierten und global ein Milliardenpublikum erreichen, ziehen Pokémon-Events Tausende aktive Teilnehmer an, bevor man überhaupt an Zuschauer denkt.

Von ExCeL nach San Francisco – und darüber hinaus

Der nächste Schritt für ihn? Möglicherweise das Wembley-Stadion. Und das ist vielleicht gar nicht so abwegig: 90.000 Menschen, die einem Pokémon-Finale zujubeln. Brown nennt Zahlen, erinnert an die WM 2022 in London. Damals war noch längst nicht diese Größenordnung erreicht.

Jetzt, im Jahr des 30. Pokémon-Jubiläums, stehen die Worlds im Sommer in San Francisco an – und man rechnet mit 70.000 Fans, darunter rund 20.000 direkt im Chase Center. Es ist ein Bild, das sich jeder Sportfan vor Augen führen sollte: ein Esports-Event, das strukturierter, größer und in manchen Messgrößen relevanter ist als klassische Weltklasse-Wettbewerbe vieler etablierter Sportarten.

Pokémon hat vor 30 Jahren bereits einen Nerv getroffen. Aber der Hype ist nicht abgeflacht. Im Gegenteil. Das Franchise wächst und wächst immer weiter. Ob es eine Grenze nach oben hin gibt? Aktuell scheint es nicht so auszusehen.

Olympia mag ein globales Phänomen bleiben. Doch in Sachen Teilnehmerzahl, Event-Organisation und wachsender Community hat Pokémon längst aufgeholt. Und das innerhalb weniger Jahre.

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