"Versiffte Piefke" – FPÖ geht auf Bundesliga-Verein los

Werden wohl keine Freunde mehr: Werder Bremen und die FPÖ.
Werden wohl keine Freunde mehr: Werder Bremen und die FPÖ.Karl-Josef Hildenbrand / dpa / picturedesk.com, Twitter
Der deutsche Bundesligist Werder Bremen stößt sich an einem FPÖ-Event im Tiroler Trainingslager – und zieht so Beleidigungen der Partei auf sich.

Wie so viele internationale Top-Klubs hält auch der deutsche Bundesliga-Aufsteiger und Traditionsklub Werder Bremen sein Trainingslager in Österreich ab. Berge, Frische Luft, mildes Klima, viel Regen und saftiger Rasen – was will man mehr? All das finden Spieler und Betreuer in Zell am Ziller (Tirol).

Von 30. Juni bis 10. Juli weilen sie im Zillertal, um gestärkt und regeneriert in die neue Saison starten zu können. Das dortige Parkstadion bietet "ideale Bedingungen und die 55 Dreitausender sorgen für die richtigen Rahmenbedingungen", schreibt etwa die Zillertalarena auf ihrer Website.

Auch zu echten Testspielen wird es in der beschaulichen Gegend kommen. Am Sonntag gastiert um 15.30 Uhr der deutsche Zweitligist Karlsruher SC, ehe man nächstes Wochenende im Innsbrucker Tivoli auf Beşiktaş Istanbul trifft.

Kante gegen Aktionstag

Am Samstag wurde die Idylle dann aber etwas gestört – und das, obwohl sich die Bremer laut Eigenaussage hier bereits sehr zuhause fühlen. Denn in der Heimat steht man stets gegen jede Form von Rechtsextremismus ein, distanzierte sich sogar schon vor Jahren scharf von der rechten Partei "Alternative für Deutschland". "Jeder AfD-Wähler sollte schon wissen, dass es ein Widerspruch ist, Werder gut zu finden und die AfD zu wählen", sagte Werder-Präsident Hubertus Hess-Grunewald etwa.

Nun fand ausgerechnet in Zell am Ziller beim Musikpavillon ein "Aktionstag" der FPÖ mit Parteiobmann Herbert Kickl und Generalsekretär Michael Schnedlitz statt – in unmittelbarer Nähe zum Werder-Trainingslager.

"KLARE KANTE GEGEN NAZIS", schreibt der Verein deswegen in einem Tweet, dem eine Fernaufnahme des FPÖ-Events angehängt ist. Ergänzt wurde der Twitter-Beitrag um Hashtags wie "#Notoracism, #nonazis oder #nachbarnkannmansichnichtaussuchen".

"Piefken, Hohlköpfe"

Was bei den Fans (und unter anderem auch bei der Tiroler Grünen-Nationalratsabgeordneten Barbare Neßler) für viel Lob sorgt, bringt die FPÖ naturgemäß zum Schäumen. "Niemand braucht diese links versifften Piefke bei uns", schreibt etwa FPÖ-Wien Pressesprecher und Ex-Landtagsabgeordneter Leo Kohlbauer über den viermaligen Deutschen Meister. "Sollen‘s in Buntland den Regenbogen-Ramadan feiern."

FPÖ-Tirol-Chef Markus Abwerzger sieht es ähnlich: "Was für offensichtliche Hohlköpfe." Die FPÖ-Bundespartei spricht auf ihrem Facebook-Account von "linksradikalen politischen Strömungen", die den Fußball vereinnahmen würden. "Wir sagen: Klare Kante gegen Dummheit und fehlendes Demokratieverständnis!"

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