Dramatischer Appell an Politik

Versorgungsgefahr! Österreichs Ärzte schlagen Alarm

Alarmstufe Rot in Österreichs Gesundheitssystem. Die personelle Notlage macht nun auch den Zahnärzten zu schaffen – sie warnen vor fatalen Folgen.

Newsdesk Heute
Versorgungsgefahr! Österreichs Ärzte schlagen Alarm
Laut dem Zahnärztlichen Interessensverband sei die zahnärztliche Versorgung der Bevölkerung in akuter Gefahr.
Michael Bihlmayer / ChromOrange / picturedesk.com

Immer öfter müssen Patienten in Österreich mit langen Wartezeiten auf einen Behandlungstermin warten – ob in Spitälern oder bei Ärzten. Grund dafür ist – neben der schweren Arbeitsbedingungen – vor allem der personelle Engpass. Nun schlägt die nächste Branche Alarm: Die zahnärztliche Versorgung in Österreich ist in Gefahr!

"Akute Gefahr"

In einer dramatischen Aussendung informierte der Zahnärztliche Interessenverband (ZIV) am Mittwoch über die schwierige Lage. Demnach würden in den nächsten fünf Jahren 40 Prozent der Kassenzahnärzte das Pensionsalter erreichen. Schon jetzt können österreichweit zirka zehn Prozent der zahnärztlichen Kassenplanstellen nicht mehr nachbesetzt werden. Der ZIV warnt: "Die zahnärztliche Versorgung der Bevölkerung ist in akuter Gefahr!" 

Appell an Politik

Weiters seien 80 Prozent der aktuellen Kassenleistungen defizitär, weswegen die Attraktivität des Betreibens einer Kassenordination in den letzten Jahren stark gelitten habe. Gleichzeitig kürze die Krankenkasse den Leistungsumfang: "Das Verbot von Amalgamfüllungen ab 2025 verhindert eine kostengünstige, leistbare, dauerhafte zahnmedizinische Versorgung ganzer Bevölkerungsgruppen", heißt es.

Die Interessensvertretung wirft der Politik vor, "keinerlei brauchbare" Lösungen anzubieten, die Krankenkasse würde ernsthafte Verhandlungen verweigern.

"Wir fordern sofortige Verhandlungen mit der einzufordernden Wertschätzung unserer Tätigkeit, mit Politik und Sozialversicherungen. Nur die Existenzsicherung der Kassenordinationen gewährleistet auch künftig eine moderne Zahnbehandlung der Gesamtbevölkerung bei freier Arztwahl", fordert man. 

Zur Unterstützung dieser Forderung präsentiert der ZIV eine österreichweite Informationskampagne im Rahmen einer Pressekonferenz am 9. April. 

Die Bilder des Tages

1/81
Gehe zur Galerie
    <strong>19.06.2024: Vignette abgelaufen! 360 Euro Strafe in nur zehn Tagen.</strong> "Kilometerfresser" Hannes N. ärgert sich über gleich drei Asfinag-Pönalen wegen einer abgelaufenen Vignette – <a data-li-document-ref="120042795" href="https://www.heute.at/s/vignette-abgelaufen-360-euro-strafe-in-nur-zehn-tagen-120042795">innerhalb kürzester Zeit &gt;&gt;&gt;</a>
    19.06.2024: Vignette abgelaufen! 360 Euro Strafe in nur zehn Tagen. "Kilometerfresser" Hannes N. ärgert sich über gleich drei Asfinag-Pönalen wegen einer abgelaufenen Vignette – innerhalb kürzester Zeit >>>
    Getty Images / ASFINAG ("Heute"-Collage)

    Auf den Punkt gebracht

    • In Österreich herrscht Alarmstufe Rot im Gesundheitssystem, da ein akuter Mangel an Ärzten und Zahnärzten zu langen Wartezeiten und einer bedrohten zahnärztlichen Versorgung führt
    • Der Zahnärztliche Interessenverband schlägt Alarm, da 40 Prozent der Kassenzahnärzte in den nächsten fünf Jahren das Pensionsalter erreichen und bereits jetzt zehn Prozent der zahnärztlichen Kassenplanstellen nicht besetzt werden können
    • Es wird ein dringender Appell an die Politik gerichtet, um Verhandlungen zur Existenzsicherung der Kassenordinationen und der Wertschätzung ihrer Tätigkeit einzufordern
    red
    Akt.