Verstappen: "Ich im Spital, er jubelt – respektlos!"

Verstappen steigt aus seinem Wrack. Unfall-Verursacher Hamilton feiert später seinen Sieg.
Verstappen steigt aus seinem Wrack. Unfall-Verursacher Hamilton feiert später seinen Sieg.Picturedesk, Twitter/Formula1
Lewis Hamilton schoss Max Verstappen ab, feierte trotz Strafe den Heimsieg. Jetzt meldete sich sein Rivale nach dem heftigen Unfall.

In der ersten Runde krachte es gewaltig! Der Silverstone-Grand-Prix wurde am Sonntag vom schweren Unfall von Max Verstappen überschattet. Nach mehreren Berührungen eskalierte der Zweikampf mit Lewis Hamilton in der ersten Runde. Der Brite katapultierte Verstappen ins Kiesbett. Mit gebrochenem Hinterrad konnte dieser den harten Aufprall im Reifenstapel nicht verhindern.

Verstappen schlug mit 51-facher Erdanziehungskraft ein. 3672 Kilogramm wirkten beim seitlichen Aufprall auf den Körper des Niederländers. Obwohl er sich selbst aus seinem Wrack befreien konnte, zitterten seine Fans bis in die Abendstunden. Denn: Wegen Schwindelgefühlen musste der 23-Jährige zum Medizincheck ins Krankenhaus.

"Ich bin okay"

Jetzt die Entwarnung: "Das Wichtigste vorweg: Ich bin froh, dass ich okay bin", meldete sich Verstappen am Sonntagabend via Instagram zu Wort. "Es war schon ein ziemlich harter Einschlag mit 51g, aber ich fühle mich besser."

Weniger gut ist die Emotionslage des WM-Führenden. Weil Hamilton siegte, schmolz sein Vorsprung auf den Rekordweltmeister im Mercedes auf acht Punkte. Für Red Bull und Verstappen unverständlich. Schließlich hatten auch die FIA-Stewards Hamilton als den Schuldigen ausgemacht. Die Zehn-Sekunden-Strafe, die der Brite bei seinem eingeplanten Boxenstopp absitzen konnte, hinderte ihn nicht am Heimerfolg.

Verstappen: "Hamilton unsportlich"

Verstappen: "Ich bin offensichtlich sehr enttäuscht, so aus dem Rennen genommen zu werden. Die Strafe hilft uns nicht weiter. Und sie wird dem gefährlichen Verhalten von Lewis nicht gerecht."

Max Verstappen schlägt bei mehr als 250 km/h im Reifenstapel ein.
Max Verstappen schlägt bei mehr als 250 km/h im Reifenstapel ein.Screenshot

Apropos Lewis. Nicht nur der Unfall und die Entscheidung der Rennleitung verärgern das Unfall-Opfer. Verstappen ist wütend über das Verhalten seines Kontrahenten: "Seinen Jubel nach dem Rennen vom Krankenbett aus zu sehen war respektlos und unsportlich. Aber wir schauen nach vorne …"

Hamilton hatte Verstappen nach dem Rennen mit keinem Wort erwähnt. Beim Siegerinterview auf den Crash angesprochen, wich der siebenfache Champion aus und sprach über sein tolles Wochenende, an dem er mit Mercedes den Rückstand auf die Bullen aufgeholt habe. Dann feierte er seinen achten Heimsieg ausgelassen, verspritzte Champagner, ließ den Union Jack im wind wehen.

Hamilton feiert mit der britischen Flagge in der Hand.
Hamilton feiert mit der britischen Flagge in der Hand.picturedesk.com

Red-Bull-Bosse fordern Strafe

Das letzte Wort in der Causa Silverstone-Crash ist jedenfalls noch nicht gesprochen. Die Red-Bull-Bosse sind außer sich. Motorsportchef Helmut Marko und Teamchef Christian Horner kündigten an, eine Sperre gegen Hamilton erwirken zu wollen.

Horner: "Die Strafe passt einfach nicht für dieses … fast Verbrechen. Er hat an der gefährlichsten Stelle überholt. Max hatte einen 51g-Einschlag. Es war Glück, dass da nichts passiert ist. Von einem siebenfachen Weltmeister hätte ich mir etwas Anderes erwartet."

 Helmut Marko über Hamilton: "Gemeingefährlich!"

Er wetterte gegen Hamilton, der tags zuvor im neuen Sprint-Qualifying Verstappen geschlagen worden war: "Für mich war es fast Verzweiflung, weil er das Rennen gestern nicht gewonnen hat und heute auch den Start nicht gut geschafft hat. Dann hat er dasselbe gegen Leclerc noch einmal gemacht. Das ist ein Sieg, auf den man nicht stolz sein kann."

Mercedes-Boss Toto Wolff: "Wenn es nach dem Regelwerk geht, ist keine Strafe gerechtfertigt. Ein Unfall sieht immer hässlich aus aber das gehört zum Rennsport dazu. Da wird um jeden Zentimeter gefightet." Und: "Lewis hat nie Wut im Bauch und schießt nie jemanden raus. Das haben wir in den letzten zehn Jahren glaube ich nie gesehen."

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