Der Niederländer riskierte auf der auftrocknenden Ardennen-Strecke im finalen Qualifying-Abschnitt, hängte mit einer beeindruckenden Runde die Konkurrenz um achte Zehntel ab. Nach einem Getriebewechsel wird der Red-Bull-Star im Großen Preis am Sonntag zwar nicht auf der Pole Position stehen, das Rennen von Rang sechs in Angriff nehmen, trotzdem gilt der 25-Jährige als klarer Favorit bei seinem halben Heimrennen – Verstappen hat schließlich eine belgische Mutter.
"Der zweite Sektor war noch etwas feucht, es ging darum, Selbstvertrauen zu finden und im letzten Versuch alles zu riskieren. Wir wissen aber, dass das Auto schnell war. Und dass wir es trotz der schwierigen Bedingungen heute zeigen konnten", strahlte der sichtlich erleichterte Niederländer.
Dabei wäre es beinahe nicht zu der beeindruckenden Runde gekommen. Denn auf der schnell auftrocknenden Strecke stand Verstappen im zweiten Qualifying-Abschnitt, als die Rundenzeiten rasant purzelten, bereits vor dem Aus, rutschte nur hauchdünn als Zehnter noch durch. Das ärgerte Verstappen, der sich nach Q2 am Boxenfunk bei seinem Renningenieur Gianpiero Lambiase beschwerte. "Ich hätte verdammt nochmal einfach zwei Runden fahren sollen, wie ich gesagt habe", raunzte der 25-Jährige.
Als Lambiase ihm dann sage, dass er ja ohnehin durch sei, platzte es wieder aus Verstappen heraus. "Das ist mir scheißegal", konterte der Niederländer. "Und als die Strecke in der letzten Runde zwei Sekunden schneller war und du dann keine Batterie mehr hattest. Was wäre dann passiert?", entgegnete Lambiase.
Ein Argument, das Wirkung zeigte, denn nach dem Zeittraining entschuldigte sich der Doppel-Weltmeister am Funk. "Zumindest hatten wir ein gutes Q3, tut mir leid, dass ich so geraunzt habe." Lambiases Antwort darauf: "Langsam gewöhne ich mich daran.".
Das bestätigte dann auch Red-Bull-Berater Helmut Marko bei "Sky". "Max ist im Q3 regelrecht explodiert. Das war eine unglaubliche Demonstration", schmunzelte Marko. Und ergänzte mit Blick auf die Funk-Diskussion: "Das war wie bei einem alten Ehepaar. Aber jetzt ist alles in Ordnung."
Verstappen ließ es sich derweil nicht nehmen, eine Kampfansage für Sonntag auszusprechen. "Letztes Jahr hatte ich noch mehr Strafen und hab trotzdem gewonnen", so der Niederländer. Vor einem Jahr gewann der 25-Jährige nämlich vom 14. Startplatz aus.