Verstimmung rund um Mauthausen-Gedenken

Alexander Van der Bellen, Christian Kern und Reinhold Mitterlehner sowie weitere Vertreter der Bundesregierung in Mauthausen.
Alexander Van der Bellen, Christian Kern und Reinhold Mitterlehner sowie weitere Vertreter der Bundesregierung in Mauthausen.Bild: Andy Wenzel
Vor 72 Jahren haben US-Truppen das Konzentrationslager Mauthausen in Oberösterreich befreit. Misstöne bei Gedenken!

Das Innenministerium wies rund um die Gedenkfeier mit 7.000 Teilnehmern Kritik aus Polen, die österreichischen Behörden behinderten die Bemühungen um das Andenken an das ehemalige Konzentrationslager Gusen, scharf zurück.

Man sei über die Aussagen der polnischen Vizekulturministerin Magdalena Gawin "einigermaßen verwundert", zumal "seit Längerem" Gespräche unter Einbeziehung Polens dazu liefen und die Kritik gerade zum Gedenktag erfolge, sagte Ministeriumssprecher Karl-Heinz Grundböck der APA. Der Zeitpunkt der Kritik widerspreche dem "Geist der Gemeinsamkeit im Gedenken".

"Mangel an gutem Willen"

Gawin, die einer polnischen Delegation angehörte, die am Wochenende an den offiziellen Feierlichkeiten zum Gedenken in Österreich teilnahm, hatte am Samstag laut polnischer Nachrichtenagentur PAP gesagt, die Erinnerungsarbeit werde von Österreich behindert und stoße auf einen "Mangel an gutem Willen seitens der österreichischen Behörden".

Es sei bedauerlich, dass den Polen die Möglichkeit verwehrt werde, sich auf dem Standort des früheren Lagers zu versammeln.

"Völlig umgewandelt"

Der Nationalrat hatte im Juli 2016 die Umwandlung der Gedenkstätte Mauthausen in eine gemeinnützige Bundesanstalt beschlossen. Deren Aufgabe ist es, das Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus in den Konzentrationslagern Mauthausen und Gusen sowie deren Außenlagern zu bewahren, Zeugnisse der Geschichte zu sammeln, die damaligen Geschehnisse einer möglichst breiten Öffentlichkeit zu vermitteln, wissenschaftliche Forschung zu betreiben und Überlebende und Angehörige zu betreuen.

Laut Grundböck wurde die Gedenkstätte Mauthausen seither organisatorisch und inhaltlich "völlig umgewandelt". Was Gusen betrifft, sei die Situation jedoch "komplexer". In die laufenden Gespräche seien neben Vertretern Polens auch das Bundesdenkmalamt und der Eigentümer eingebunden. (mle)

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