Eine US-Amerikanerin verklagt eine Samenbank, weil diese sie mit dem Samen des falschen Spenders befruchtet hat. Das Resultat: Sie brachte ein dunkelhäutiges Mädchen zur Welt. Nun fürchtet sie, dass die inzwischen Zweijährige wegen ihrer Hautfarbe Opfer von Rassismus werden könnte.
Die 36 Jahre alte Jennifer Cramblett ist lesbisch und lebt mit ihrer Partnerin im US-Bundesstaat Ohio. Der gemeinsame Kinderwunsch sollte mit einer Samenspende in Erfüllung gehen. Doch die Befruchtungsklinik schusselte und befruchtete die Frau mit dem Samen eines schwarzen Spenders. Die 36-Jährige bekam ein dunkelhäutiges Mädchen.
Deshalb verklagt sie nun die Samenbank auf Schadenersatz. Sie habe nicht das bekommen, wofür sie gezahlt habe, beklagte sie im US-Fernsehen. Die Hautfarbe ihrer inzwischen zweijährigen Tochter sei ein Problem. Das Paar wohnt nämlich in einer Kleinstadt mit 3.000 Einwohnern, die vorwiegend weiß sind. Die 36-Jährige befürchtet deshalb, dass ihr Kind Opfer rassistischer Übergriffe werden könnte.
"Zur Außenseiterin verurteilt"
Das Mädchen sei so verurteilt, eine Außenseiterin zu werden. Mutter und Kind müssten mit psychischem Stress leben, der vermeidbar gewesen wäre. Nicht einmal einen Entschuldigung habe es von der Samenbank gegeben, erzählte Cramblett in einem TV-Interview. "Jennifer lebt jeden Tag in Angst und Unsicherheit über ihre Zukunft und die ihres Kindes", heißt es in der Klageschrift.
Allein das Zum-Friseur-Gehen sei für das zweijährige Mädchen wegen ihrer krausen Haare ein echtes Problem. "Um die Haare ihrer Tochter schneiden zu lassen, muss Jennifer einen Friseur in einer Nachbarschaft aufsuchen, in der nur dunkelhäutige Menschen leben", beklagt ihre Mutter.