Dritte Airport-Piste wird frühestens 2030 fertig

Die dritte Piste am Flughafen Wien darf gebaut werden. Die Umweltverträglichkeitsprüfung letztinstanzlich abgeschlossen.

Flughafen-Vorstandsdirektor Günther Ofner zeigte sich in einer ersten Reaktion erfreut, „weil damit ein sehr, sehr langes, kostspieliges und kompliziertes Verfahren zu einem guten Ende gekommen ist", wie er dem ORF sagte. „Die Entscheidung des Verwaltungsgerichtshofes ist eine endgültige und unanfechtbare, und damit besteht für dieses Projekt gottlob Rechtssicherheit. Weitere Rechtsmittel sind dagegen nicht mehr möglich", so Ofner.

Auf die Frage, wann mit dem Bau der dritten Piste nun begonnen werde könne, sagte Ofner, dass es für eine Prognose noch zu früh sei. „Wir rechnen damit, dass es mehrere Jahre dauern wird, bis wir tatsächlich starten können. Das hängt einerseits damit zusammen, dass wir jetzt die Ergebnisse des Verfahrens mit dem ursprünglichen Projekt in Einklang bringen müssen und, dass natürlich auf der anderen Seite eine ganze Reihe von Vorbereitungsarbeiten notwendig ist."

Aufwändige Vorarbeiten

Vor 2030 werde es aber jedenfalls keine dritte Piste geben, sagte Ofner: „Das kann man mit relativer Sicherheit sagen, weil eben die Vorarbeiten, die noch zu leisten sind, aufwändig sind und viel Zeit in Anspruch nehmen".

WWF: Ein teurer Irrweg

Für die Umweltschutzorganisation WWF ist der Bau der dritten Piste hingegen ein teurer Irrweg: „Wer in klimaschädliche Infrastruktur investiert, landet in einer fossilen Sackgasse. Mehr Flugverkehr wird Österreichs CO2-Bilanz weiter verschlechtern und die Abhängigkeit von fossilen Energien erhöhen. Aufwand und Kosten zur Bekämpfung der Klimakrise werden dadurch steigen", sagt Karl Schellmann, Klima- und Energiesprecher der Umweltschutzorganisation WWF Österreich.

"Ökologisch vernünftiger und volkswirtschaftlich sinnvoller wäre ein massiver Ausbau des Bahnverkehrs. Durch attraktivere und verbesserte Bahnangebote in die Nachbarstaaten könnten die Kurzstreckenflüge bis 2030 zu einem Drittel und bis 2050 zur Hälfte auf die Bahn verlagert werden", so Schellmann.

Global 2000: Emissionen werden sich verdoppeln

Die Umweltschutzorganisation Global 2000 fordert außerdem ein Ende der Steuerprivilegien für den Flugverkehr. Stattdessen soll Geld in die Bahn investiert werden. Laut den Einreichunterlagen werden sich durch die dritte Piste die CO2-Emissionen bis 2025 mehr als verdoppeln. Dieser massive Anstieg des Flugverkehrs würde aber nicht stattfinden, wenn es Kostenwahrheit im Verkehr gäbe und ungerechtfertigte Steuerprivilegien abgebaut werden, so Global 2000. Die Mehrwertsteuerbefreiung von Flugtickets und die Steuerbefreiung von Kerosin müsse fallen.

(GP)

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