Der Konflikt um den Ausbau der Verbindungsbahn zwischen Hütteldorf und Meidling geht in die nächste Runde. Die Bürgerinitiative "Verbindungsbahn besser" hat Beschwerde beim Verfassungsgerichtshof eingebracht – und gleichzeitig einen Antrag auf aufschiebende Wirkung gestellt. Damit wollen die Aktivisten erreichen, dass die ÖBB vorerst nicht mit den Bauarbeiten beginnen dürfen.
Die Initiative spricht von zahlreichen Unklarheiten im Projekt und warnt vor möglichen umfangreichen Baumrodungen entlang der Strecke. Der Verfassungsgerichtshof prüft nun sowohl die Beschwerde als auch den Antrag. Ob und wie sich das auf den geplanten Baustart auswirkt, ist derzeit noch offen.
Bei den ÖBB zeigt man sich dennoch optimistisch. Das Unternehmen geht weiterhin davon aus, dass der angekündigte Baustart im Herbst eingehalten werden kann. Allerdings werde der Bauzeitplan derzeit überprüft, heißt es.
Während die juristische Prüfung läuft, haben erste Arbeiten bereits begonnen: Rodungen entlang der Strecke sind laut ÖBB schon im Gange. Der Ausbau der Verbindungsbahn soll die Strecke zwischen Hütteldorf und Meidling deutlich verändern. Geplant ist unter anderem, dass Teile der Bahn auf Stelzen durch Hietzing geführt werden. Die ÖBB versprechen außerdem Lärmschutzwände, das Ende von Eisenbahnkreuzungen und modernisierte Haltestellen.
Langfristig soll die Strecke auch für Fahrgäste attraktiver werden: Die S-Bahn soll künftig im Viertelstundentakt durch das Gebiet fahren. Ob der Zeitplan hält, hängt nun auch davon ab, wie der Verfassungsgerichtshof über die Beschwerde entscheidet.