Eine schlechte und eine gute Nachricht für die Käufer des Sextoys We-Vibe: Der Vibrator hat — ohne Zustimmung der Benutzer — vertrauliche Daten via App an den kanadischen Hersteller Standard Innovation weitergeleitet. Jetzt sollen die Betroffenen für das Malheur entschädigt werden.
Die Firma geriet erstmals im Sommer 2016 in die Schlagzeilen, als eine Hacker-Gruppe aus Neuseeland auf den Datenschutz-Skandal aufmerksam machte. Wie "The Guardian" berichtet, belegten zwei Hacker an der 2016er Defcon-Konferenz in Las Vegas, wie einfach es für Unbefugte war, das Gerät via Bluetooth zu steuern.
Nicht nur das: Die App, durch die ein We-Vibe-Vibrator mit einem anderen interagierte, sammelte pikante Daten über das Nutzerverhalten — etwa wie oft das Sexspielzeug verwendet wurde und mit welcher Vibrationsintensität sowie die eingestellte Temperatur.
Käufer erhalten bis zu 7.000 Euro
Nachdem eine erzürnte Kundin Klage einreichte, schlossen sich ihr andere Nutzer an. Die Sammelklage führte nun dazu, dass der Hersteller allen Geschädigten insgesamt einen Betrag in Höhe von umgerechnet 2,8 Millionen Euro ausbezahlen muss.
Die Summe der einzelnen Entschädigungszahlungen hängt vom verwendeten Vibratoren-Modell ab und schwankt zwischen 140 und 7.000 Euro.
Kein Einzelfall
Immer wieder gelangen Spionage-Spielzeuge ins Visier der Behörden. Zuletzt wurde . Zudem gab es eine Datenpanne bei den "CloudPets", mit dem Smartphone verbundenen Kuscheltieren. Mehr als zwei Millionen Sprachnachrichten, die etwa Eltern für ihre Kinder aufgenommen hatten, gelangten ungeschützt ins Netz.