Wutlenker hielt auf A2 und löste Massen-Crash aus

Der angeklagte Geisterfahrer
Der angeklagte GeisterfahrerTrimmel Sascha
Ein Kia-Lenker (53) war auf der dritten Spur der A2 stehen geblieben, um seinem Ärger Luft zu machen. Es folgte ein Massenunfall mit sechs Verletzten. 

Zehn Pkw beschädigt, zwei Autos mit Totalschaden, sechs Unfallbeteiligte erlitten Verletzungen, Gesamtschaden nur die Autos betreffend: 65.000 Euro. Dem Massenunfall ("Heute" berichtete) war eine unfassbare Aktion eines 53-jährigen Mannes aus dem Balkanraum auf der Südautobahn Richtung Wien vorausgegangen, gestern musste er in Wr. Neustadt auf die Anklagebank.

„Ich hatte solche Kopf- und Herzschmerzen. Dann starb mir auch noch der Motor ab und da bin ich halt ausgestiegen“, rechtfertigte der gebürtige Slowene gestern vor Gericht in Wr. Neustadt die lebensgefährliche Aktion im Juli 2020 mitten auf der Südautobahn.

Deutscher filmte per Dashcam

Der seit Jahrzehnten im Bezirk Baden wohnhafte 53-Jährige hatte sich von einem deutschen Servicetechniker geschnitten gefühlt und wollte Rache: Immer wieder wechselte er mit seinem Kia riskant die Spur, drängte den gleichaltrigen Deutschen ab, betätigte wiederholt die Lichthupe. Bei Kottingbrunn (Bezirk Baden) nötigte der Kia-Lenker den Deutschen zum Stillstand, sprang aus dem Wagen und ließ Dampf ab.

Nur Sekunden später schepperte es gewaltig, der 53-Jährige hüpfte in seinen Kia und brauste davon (siehe Video - Achtung: Vorfall war am 15. Juli 2020; Datum der Kamera ist auf Werkseinstellung). Die Bilanz: Zehn kaputte Fahrzeuge, sechs Leichtverletzte.

Womit der Angeklagte nie gerechnet hätte: Der Bayer hatte alles mit einer Dashcam gefilmt. "Ich wußte gar nicht, worüber der sich so aufregte, ich dachte schon der rammt mich. Ich habe instinktiv gefilmt", so der Deutsche am Montag im Telefonat mit "Heute".

Richter: "Wahnsinn, was Sie da sagen"

Dennoch blieb der gebürtige Serbe bei der Verhandlung bei seiner Herzschmerz-Version, der Richter wütend: „Das ist ja ein Wahnsinn, was Sie da von sich geben. Sie starteten wie ein Rambo auf ihn zu.“

Der Staatsanwalt meinte dazu nur: "Man darf froh sein, dass nichts Schlimmeres passiert ist." Das Urteil wegen absichtlicher Gemeingefährdung und Imstichlassen von Verletzten: Drei Jahre teilbedingt, davon ein Jahr unbedingt (nicht rechtskräftig) - mehr dazu auch hier.

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