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Video zeigt, wie Taliban US-Soldat freilassen

Heute Redaktion
14.09.2021, 15:11

Nach dem umstrittenen Gefangenenaustausch der USA mit den Taliban ist nun ein Video von der Übergabe des vor fünf Jahren entführten US-Soldaten Bowe Bergdahl aufgetaucht. US-Präsident Barack Obama verteidigte den Deal. Republikanische Kongressabgeordnete verurteilen, dass die USA mit "Terroristen" verhandelt habe und Obama einen Rechtsbruch begangen habe. Zudem werfen einige Ex-Kollegen Bergdahl vor, desertiert zu sein.

Nach dem umstrittenen Gefangenenaustausch der USA mit den Taliban ist nun ein Video von der Übergabe des vor fünf Jahren entführten US-Soldaten Bowe Bergdahl aufgetaucht. US-Präsident Barack Obama verteidigte den Deal. Republikanische Kongressabgeordnete verurteilen, dass die USA mit "Terroristen" verhandelt habe und Obama einen Rechtsbruch begangen habe. Zudem werfen einige Ex-Kollegen Bergdahl vor, desertiert zu sein.

Die afghanischen Taliban veröffentlichten die in der ostafghanischen Provinz Chost erstellte Aufnahme. Diese zeigt den angespannt wirkenden Gefangenen in einem Pick-up, der von Taliban-Kämpfern umstellt ist. Der Wagen parkt auf einem Landstück neben einer Straße, die ein Aufständischer abriegelt. Bowe unterhält sich mit einem der Aufständischen. Bewaffnete Taliban halten auf umliegenden Hügeln Wache.

Dann nähern sich US-Hubschrauber, von denen einer landet. Ein Aufständischer mit einer weißen Flagge und ein weiterer Unbewaffneter führen Bergdahl in Richtung Helikopter. Drei Amerikaner in Zivil, bei denen keine Waffen zu sehen sind, kommen ihnen entgegen. Sie schütteln kurz Hände, dann bringen die Amerikaner Bergdahl zum Hubschrauber. Sie tasten Bergdahl offenbar auf Sprengstoff oder Waffen an seinem Körper ab, bevor er in den Hubschrauber steigt.

Insert: "Kehre nicht zurück"

Nachdem der Helikopter aufgestiegen ist, wird auf dem Video eingeblendet: "Kehre nicht zurück nach Afghanistan." Bergdahl war am Samstag in der ostafghanischen Provinz Chost übergeben worden. Im Gegenzug ließen die USA fünf Taliban-Funktionäre frei.

Obama verteidigte sich nach Kritik an Deal

"Die Vereinigten Staaten haben immer eine ziemlich heilige Regel gehabt. Das ist, dass wir unsere Männer und Frauen in Uniform nicht zurücklassen", sagte Obama am Dienstag in Warschau. "Wir haben eine Chance gesehen, wir hatten Sorge um die Gesundheit von Feldwebel Bergdahl (...) und wir haben diese Chance ergriffen", erklärte der US-Präsident. Der mittlerweile 28-Jährige wurde nach seiner Freilassung zur medizinischen Behandlung ins US-Lazarett Landstuhl bei Kaiserslautern geflogen. Wann er in die USA zurückkehrt, war noch unklar.

Mehrere republikanische Kongressabgeordnete übten scharfe Kritik an dem Deal mit den radikalislamischen Taliban, die gegen die internationalen Truppen am Hindukusch kämpfen und die nach den Anschlägen vom 11. September 2001 verlorene Macht in Afghanistan wiedererlangen wollen.

Republikaner: "Gefährlichen Präzedenzfall geschaffen"

Die Vorwürfe gegen das Weißen Haus lauten, mit "Terroristen" verhandelt und einen gefährlichen Präzedenzfall geschaffen zu haben. Einige Republikaner beschuldigten Obama zudem des Rechtsbruchs, weil der Präsident den Kongress nicht wie vorgeschrieben 30 Tage vor der Entlassung von Guantanamo-Häftlingen informiert habe. Dafür entschuldigte sich US-Vize-Sicherheitsberater Tony Blinken telefonisch bei der Senatorin und Vorsitzenden des Geheimdienstausschusses, Dianne Feinstein.

Der Gefangenenaustausch ist auch deshalb so umstritten, weil Bergdahl im Juni 2009 unter zweifelhaften Umständen von seinem Posten nahe der afghanisch-pakistanischen Grenze verschwand. Einige seiner damaligen Kameraden werfen dem Soldaten US-Medien zufolge vor, desertiert zu sein. Vor seinem Verschwinden soll sich Bergdahl kritisch über den US-Einsatz in Afghanistan geäußert haben. Mindestens sechs US-Soldaten kamen Medienberichten zufolge bei der Suche nach dem vermissten Soldaten ums Leben.

Mögliche Bestrafung für geretteten Soldaten

US-Generalstabschef Martin Dempsey machte deutlich, dass Bergdahl für etwaige Verfehlungen noch immer disziplinarisch belangt werden könne. "Unsere Armeeführung wird nicht über Fehlverhalten hinwegsehen, sollte es passiert sein", erklärte Dempsey am Dienstag.

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