Nach dem "Heute"-Bericht über einen dreisten Goldmünzen-Diebstahl (Wert: 2.498 Euro) in Landstraße meldete sich nun ein weiteres Opfer. Auch Franz S. (Name geändert) hatte über die Online-Verkaufsplattform willhaben Münzen zum Kauf angeboten. Auch er wurde von "Alex" und "Matthias" kontaktiert – und auch er wurde bestohlen.
"Ich hatte mit ,Matthias’ am 20. Juli um 20 Uhr ein Treffen auf der Herbststraße ausgemacht. Es ging um einen Kilo Silbermünzen, die ich für 3.000 Euro auf willhaben inseriert hatte. Er ließ sich die Münzen zeigen, schnappte sie und lief davon", schildert der Trafikant Mitte 50 den Vorfall am Sonntagabend in Wien-Ottakring.
Seine Frau stand "als Aufpasserin" auf der anderen Straßenseite und wurde Zeugin des dreisten Diebstahls. Auf eine Verfolgung verzichtete S.: "Ich dachte mir: Den erwische ich eh nicht. Und vielleicht steht um die Ecke ja sein Komplize – und wer weiß, was dann passiert…" Er erstattete Anzeige bei der Polizei.
Am nächsten Tag arbeitete Franz S. in der Trafik in der Lugner City (Rudolfsheim-Fünfhaus). Als gegen 18 Uhr plötzlich völlig überraschend "Matthias" hereinspazierte, schrie er ihn an: "Jetzt hab ich dich!"
Der verdutzte Verdächtige quietschte ein gequältes "Sch....!" und gab flott Fersengeld. Diesmal verfolgte ihn das Diebstahlopfer aber: "Wir liefen quasi einmal im Kreis durch die Lugner City. Dann stolperte er und stürzte in eine Auslage. Dabei hat er sich eine Fingerkuppe abgeschnitten. Alles war voller Blut", schildert der Trafikant nicht gänzlich ohne Schadenfreude.
Und weiter: "Zwei Männer packten ihn, aber ein Komplize – ich glaube, es war ,Alex’ – half ihm und sie flüchteten. Kurz darauf wurde ,Matthias’ aber von der Polizei geschnappt", so der Münzsammler. Der Verdächtige musste im Spital versorgt werden. "Die Ermittlungen laufen und werden – sollte ein Zusammenhang bestehen– zusammengelegt", so Polizeisprecherin Anna Gutt zu "Heute".