Digital

Videospiele führen nicht zu mehr Gewalt

In einer britische Studie wurde der Zusammenhang zwischen Gamen und Gewalt untersucht. Das Resultat: Es gibt keinen.
Heute Redaktion
13.09.2021, 18:08

Die Diskussion ist so alt wie die Gamegeschichte: Games führen zu einem erhöhten Gewaltpotenzial, lautete lange die landläufige Meinung – obwohl diverse Studien bewiesen, dass dem nicht so ist.

In guter Erinnerung bleibt zum Beispiel die "Killerspiel"-Debatte vor rund zehn Jahren, in der ein direkter Zusammenhang zwischen realistischen Shooter-Games und erhöhter Gewalt vermutet wurde – und die Forderung nach einem Verbot dieser Games laut wurde.

Wissenschaftler der britischen Universität Oxford haben in einer großangelegten Studie nun bewiesen, dass kein Zusammenhang zwischen hohem Konsum von Gewaltgames und erhöhter Aggressivität besteht. Befragt wurden rund tausend Jugendliche im Alter zwischen 14 und 15 Jahren, je zur Hälfte männlich und weiblich, sowie die gleiche Anzahl Eltern oder Betreuende.

In einer Onlinebefragung gaben die Jugendlichen Auskunft zu ihrem Spielverhalten, parallel schätzten die Betreuenden das aggressive Verhalten der Jugendlichen in den vergangenen Monaten ein. Als Basis des Gewaltanteils in einem Game dienten die PEGI- und ESRB-Ratings, anhand von denen die Altersfreigabe von Games bestimmt wird.

Kein Zusammenhang

Die Studie wurde unter der Annahme durchgeführt, dass ein Zusammenhang zwischen Gamen und erhöhter Gewaltbereitschaft bestehe. In der Folge kamen die Forscher aber zum gegenteiligen Resultat: "Es gibt keine statistisch relevanten Zusammenhänge zwischen dem Spielen gewalttätiger Games und dem aggressiven Verhalten von Jugendlichen."

Die Studie kritisiert gleichzeitig eine Reihe anderer Studien zum gleichen Thema, die auf irreführenden oder unvollständigen Methoden beruhten und Resultate aus dem Zusammenhang rissen. Diese hätten bisweilen zu einer "moralischen Panik" geführt.

Die Studie auf der Website der Royal Society Open Science.

Das Digital-Telegramm 2019

(jag)

Weitere Storys
Jetzt E-Paper lesen