Vierte Corona-Welle ist da – das rät jetzt der Experte

Herwig Kollaritsch erklärt im "Heute"-Talk die aktuelle Corona-Lage.
Herwig Kollaritsch erklärt im "Heute"-Talk die aktuelle Corona-Lage.apa/picturedesk ("Heute"-Montage)
Über 1.200 Neuinfektionen. Die vierte Welle hat auch Österreich erwischt. Infektiologe Herwig Kollaritsch sagt, was jetzt auf uns zukommt.

Innerhalb einer Woche hat sich die Zahl der Corona-Neuinfektionen in Österreich verdoppelt. Insgesamt 1.221 Neuinfizierte wurden innerhalb von 24 Stunden am Donnerstag in Österreich gemeldet. Die Zahlen sind damit sprunghaft gestiegen und erreichen einen neuen Höchststand seit Anfang Mai. "Man kann eindeutig sagen, wir befinden uns mitten in der vierten Welle", bestätigt auch der österreichische Impfexperte und Infektiologe Herwig Kollaritsch gegenüber "Heute". Sorgen bereite ihm dabei allerdings nicht die hohe Zahl an sich, sondern der exponentielle Anstieg.

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Österreich hat Chance "verschlafen"

Um eine weitere Ausbreitung der Delta-Variante in Österreich zu verhindern, sieht der Experte nur zwei Möglichkeiten - und eine davon hätten wir bereits verschlafen: "In Österreich sind bisher lediglich 60 Prozent der Bevölkerung vollimmunisiert. Das ist eindeutig zu wenig, um eine neue Welle nachhaltig zu verhindern. Dieser Zug ist abgefahren."

Die andere Möglichkeit, ein ganzes Repertoire an Möglichkeiten, würden wir bereits zur Genüge kennen: "Das fängt bei der Distanzhaltung an, geht über die Maskenplicht, bis hin zum Aussetzen des Präsenzunterrichts." Nahezu jede dieser Maßnahmen habe einen gewissen Effekt und je mehr davon zum Einsatz kämen, desto besser werde das Virus eingedämmt. 

"Wir müssen beim Impfen 'anzahn'!"

Nichts komme jedoch mit seiner Effektivität an die Impfungheran. "Die Impfung ist der simpelste und effektivste Weg das Virus nachhaltig zu bekämpfen." Nur, wenn Österreich jetzt beim Impfen "anzaht", wie Kollaritsch auf gut Wienerisch betont, könne man die Welle flach halten. Dies hänge jetzt jedoch von den Österreicherinnen und Österreichern selbst ab, denn Impfstoff sei genug vorhanden.

Impfungen als Lösung

Einen neuerlichen Lockdown befürchte Kollaritsch allerdings nicht. "Was ich nicht erwarte, ist ein kompletter Lockdown. Schließlich haben wir jetzt mehr Zeit und auch mehr Erfahrung. Allerdings müssen die Politiker hier jetzt rechtzeitig gegensteuern."

Auch seien die Zahlen im Vergleich zwar hoch, allerdings nicht als bedrohlich einzustufen. "Dennoch werden die Hospitalisierungen und belegten Betten auf den Intensivstationen zunehmen, die Frage ist aber: Wird es so schnell aus dem Ruder laufen wie früher?" Derzeit würde nichts darauf hindeuten, da aktuell vor allem jüngere Personen betroffen seien, bei denen der Verlauf einer Infektion weniger oft schlimm ausfalle.

Ein kritische Punkt könne nichtsdestotrotz früher oder später wieder erreicht werden, "dies hängt jedoch davon ab, wie sehr wir mit den Impfungen gegensteuern."

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