Corona: Lieferservice von Wiener Bauern boomt

In der Coronakrise setzen immer mehr Bauern und lokale Kleinunternehmen auf Hauszustellung.
In der Coronakrise setzen immer mehr Bauern und lokale Kleinunternehmen auf Hauszustellung.Bild: iStock
Um nicht auf ihrem Gemüse, Obst und Blumen sitzen zu bleiben, setzen Wiener Betriebe vermehrt auf Hauszustellung – mit großem Erfolg.
Am Großmarkt Wien herrscht geschäftiges Treiben. Bis zu 70 Prozent des Wiener Bedarfs an Obst und Gemüse werden von Inzersdorf aus gedeckt. Obwohl der Bedarf an Lebensmitteln im Handel groß ist, sind mit der Schließung der Gastronomie vielen Betrieben wichtige Kunden weggefallen.

Drive-Through am Großmarkt

Kein Grund für manche Unternehmen, den Kopf in den Sand zu stecken. Im Gegenteil: Das Obsthaus Haller am Großmarkt Wien (Liesing) etwa hat umgesattelt und beliefert nun Privathaushalte mit frischem Obst und Gemüse. Beliefert werden Kunden in Wien und die angrenzende Umgebung. Bestellt werden kann über den Onlineshop. Binnen kürzester Zeit war die Website überlastet, die Liesinger sind an ihre Grenzen gestoßen, weshalb man am Montag sogar einen sogenannten Drive-Through am Großmarkt eingerichtet hat.

"Das Angebot ist vorrangig für jene gedacht, die Menschen versorgen möchten, die es selbst nicht können: ältere und kranke Personen und Menschen der Hochrisikogruppe. Sowie für Familien, denen die Vitamine daheim ausgehen", schreibt das Obsthaus auf Facebook.

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Umsatzrückgang trotz großer Nachfrage

Mitarbeiter muss der Händler nicht in Kurzarbeit schicken. "Wir stocken auf. Und die Anfragen sind sogar so groß, dass wir sie an unsere Branchenkollegen weitergeben. Um einerseits die Branche zu stützen, aber auch um dafür zu sorgen, dass die Kunden die Waren schneller bekommen", sagt Cindy Luisser-Haller vom Obst- und Gemüsehandel "Obsthaus" gegenüber "wien.orf.at". Mit Umsatzrückgängen rechnet das Unternehmen dennoch. Denn viele Adressen mit kleineren Lieferungen anzufahren ist personal- und zeitintensiver, als große Lieferungen für wenige große Betriebe.

Auch im Norden Wiens reagieren kleinere Betriebe auf die große Nachfrage an frischen Lebensmitteln. Über Nacht hat etwa die Gärtnerei Gaderer ihren Onlineshop neu aufgebaut.

Digitaler Bauernmarkt boomt

Dass die Nachfrage nach regionalen Produzenten groß ist, zeigt auch der digitale Bauernmarkt: Aufgrund der immer weiter steigenden Zahl an Bestellungen sucht "markta" sogar neue Produzenten.

Wer nicht online bestellen möchte: Wie berichtet, trotzen Wiens Märkte der Coronakrise und haben weiterhin geöffnet.

Nicht nur Internetriesen liefern Kleidung und Bücher

Neben der Gastronomie haben vor allem lokale Kleinunternehmen mit enormen Einbußen zu kämpfen. Auf https://nunukaller.com/ hat die Publizistin Nunu Kaller eine Liste aller heimischen Unternehmen zusammengetragen, die Bücher, Mode und Elektronik nach Hause liefern.



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