Österreicher auf Virus-Schiff: "Warten aufs Fiebermessen"

Wegen eines Corona-Falles an Bord durfte ein Kreuzfahrtschiff in mehreren Häfen nicht anlegen. Eine österreichische Passagierin meldete sich aus ihrer Kabine an Bord bei "Heute".
Zusammen mit knapp 700 weiteren Passagieren sitzen 34 Österreicher derzeit noch immer an Bord eines Kreuzfahrtschiffs in Italien fest. Nachdem die Costa Victoria wegen eines Corona-Falles an Bord zunächst am eigentlichen Zielhafen Venedig und später auch in Triest abgewiesen wurde, durfte sie am Mittwoch in Civitavecchia bei Rom anlegen.

Während es in einem ersten Bericht hieß, die Passagiere seien schon von Bord gegangen, meldete sich eine 55-jährige Passagierin bei "Heute" und sagte: "Wir sind immer noch an Bord in den Kabinen. Wir wissen gar nichts darüber, wie wir heim kommen sollen."

"Warten in unseren Kabinen aufs Fiebermessen"

Sie ist zusammen mit ihrem Partner unterwegs. "Uns geht es gut, wir werden an Bord gut versorgt", so die 55-Jährige. "Derzeit warten wir in unseren Kabinen bis wir von den Behörden zum Fiebermessen abgeholt werden." In ihren Kabinen sind die Passagiere seit Montag – eine Quarantäne-Maßnahme, nachdem eine argentinische Passagierin sich mit dem Coronavirus infiziert hatte. "Zum Glück haben wir zumindest eine Kabine mit Fenster", so die Österreicherin.

CommentCreated with Sketch. zu den Kommentaren Arrow-RightCreated with Sketch. Bei Reiseveranstalter zunächst nur Tonband

Wie sie heim nach Österreich kommen sollen, wussten die Passagiere zunächst noch nicht. Immerhin: "Das Außenministerium hat sich schon bei uns gemeldet und den Kontakt zum Konsulat in Rom hergestellt", berichtet die 55-Jährige. Auch dort habe man ihnen noch nichts Konkretes sagen können.

Viele der Österreicher – so auch die 55-Jährige und ihr Partner – haben über eine Salzburger Reiseagentur gebucht, dort ist die Telefonzentrale jedoch – aufgrund der Regierungsmaßnahmen – die meiste Zeit über nicht besetzt. "Wir haben dort mehrmals angerufen, aber da gibt es nur ein Tonband, das uns sagt, wir sollen ein E-Mail schreiben. Doch auf die E-Mails gibt es keine Antwort", schildert die Österreicherin.

Erleichterung: Von Rom über München nach Wien

Nach ihrem Anruf bei "Heute" kam dann aber doch die erleichternde Meldung für die 55-Jährige und die übrigen Passagiere: Die Reederei Costa hat die Heimreise organisiert, teilte das österreichische Konsulat in Rom der 55-Jährigen mit. Die Österreicher sollen demnach von Rom über München nach Wien ausgeflogen. Lediglich der Zeitpunkt des Heimfluges ist noch nicht klar. Auch der Reiseveranstalter meldete sich inzwischen bei den Urlaubern.

"Das Fiebermessen haben wir hinter uns. Wir sind gesund", so die Österreicherin gegenüber "Heute" weiter. "Es ist alles sehr geordnet und ruhig abgelaufen", berichtet sie. Die Passagiere seien alle sehr ruhig und diszipliniert gewesen. "Es gab kein Durcheinander oder Drängeln oder wie man sich das vielleicht vorstellt", so die Österreicherin.

Nun herrscht vor allem Erleichterung, dass die Heimreise organisiert wird. Vorerst werden die Passagiere aber weiterhin auf dem Schiff bleiben müssen, bis eine Unterkunft organisiert ist.



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