Smartphone-Test

vivo V50 bringt exzellente Kamera und dicken Akku

Im Vergleich zum Vorgänger hat sich nur dezent was getan, dennoch sticht das neue vivo V50 aus der Mittelklasse vor allem bei Akku und Kamera hervor.
Rene Findenig
17.04.2025, 07:00
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vivo hat sich in den letzten Jahren einen Namen für elegante Smartphones, gute Kameras und tolle Videoaufnahmen erarbeitet – und jüngst mit dem vivo X200 Pro ein Smartphone auf den Markt gebracht, dass sich mit den Besten der Besten auf Augenhöhe messen kann. Nun geht es mit dem neuen V50 zurück in die Mittelklasse. Und das beachtlich. War bereits der Vorgänger ein ausgezeichnetes Mittelklasse-Smartphone, wird es mit dem V50 fantastisch. Im Vergleich zum V40 wurde zwar nur an kleinen Schrauben gedreht, beeindruckend ist das Ergebnis trotzdem. In diesem ausführlichen Testbericht nehmen wir das Gerät genauer unter die Lupe – mit überraschenden Resultaten vor allem beim Akku und den Kameras des Modells.

Schon beim ersten Anfassen fällt die hochwertige Verarbeitung und das elegante Design des vivo V50 ins Auge. Das Gerät präsentiert sich in einer schlanken Form mit abgerundeten Display-Kanten aus allen vier Seiten, die für eine angenehme Haptik sorgen. Der Metallrahmen ist in der Gerätefarbe gehalten, ebenfalls abgerundet und glänzend, die Rückseite je nach Farbe aus Glas ("Mist Purple" / Violett, unser Testgerät) oder Kunststoff ("Satin Black" / Schwarz). Der Schutz ist mit einer IP69-Zertifizierung hervorragend: Staubdicht und nicht nur wasserdicht, sondern auch gegen Hochdruck-Wasserstrahlen geschützt. Die Rückseite der Test-Glasvariante weist einen dezenten Schimmer und im Licht ein Farbspiel zwischen fast Weiß und Flieder auf.

Üppige Speicherausstattung und zwei Abstriche

Die Integration der Kameraeinheit auf der Rückseite ist elegant gelöst und hebt das Modell von der sich immer ähnlicher sehenden Konkurrenz ab. Ein etwas erhöhter, vertikal ausgerichteter Kamerabuckel beherbergt die Dual-Kamera, die durch noch einmal extra durch einen dezenten Rahmen akzentuiert wird. Das Design wirkt harmonisch und nicht aufdringlich. Unterhalb des Kameraglases findet sich vivos smarte Alternative zum Blitz, das "Aura Light". Es dient nicht nur zur besseren Belichtung von Aufnahmen, sondern auch als Taschenlampe und kann bei Shootings durch eine einstellbare Farbtemperatur sogar die Farbstimmung der gewünschten Bilder verändern. Etwas Vergleichbares sieht man am Smartphone-Markt weiterhin selten.

Die Tasten für die Lautstärkeregelung und der Power-Button befinden sich auf der rechten Seite und bieten einen angenehmen Druckpunkt. Auf der Unterseite findet sich der USB-C-Anschluss mit dem etwas langsameren USB 2.0, der SIM-Karten-Slot für zwei Nano-SIMs (plus eSim-Unterstützung) und der Lautsprechergrill. Abstriche macht man mit der fehlenden Möglichkeit, den Speicher erweitern zu können. Immerhin ist das für das Österreich-Modell kein Problem, ist der interne Speicher doch mit 512 Gigabyte (GB, UFS 2.2) recht üppig ausgestattet. Dazu kommen ebenso starke zwölf GB Arbeitsspeicher. Beim Preis wird das V50 im Handel in Österreich um rund 600 Euro zu haben sein, gewohnt dürfte der Preis schnell deutlich fallen.

Beim Display hat vivo einfach alles richtig gemacht

Spannend: Den fast ebenso starken Vorgänger gibt es mittlerweile bereits ab 379 Euro, das neue Modell ordnet sich zudem preislich zwischen den beiden Speichervarianten des Google Pixel 9a ein, das wir jüngst zum aktuell besten Mittelklasse-Smartphone am Markt kürten. Die Vorderseite des vivo V50 dominiert das riesige 6,77 Zoll AMOLED-Display, das fast die gesamte Fläche einnimmt. Die Ränder sind angenehm schmal, was zu einem modernen Look beiträgt. Die Frontkamera ist in einer kleinen Punch-Hole-Notch mittig im oberen Bereich des Displays untergebracht, das Displayglas ist durch eine kratzfeste Schutzschicht gesichert. Im Display verbaut ist ein schnell und zuverlässig reagierender Fingerabdrucksensor zur Entsperrung.

Entsperren kann man das V50 zudem durch 2D-Gesichtserkennung und Pin-Eingabe. Die Verarbeitung des Modells ist auf einem sehr hohen Niveau. Die Materialien fühlen sich hochwertig an, und es gibt keinerlei Spaltmaße oder Knarzen. Das Gerät liegt trotz seiner immensen Größe bei schlanker Dicke (163,3 × 76,7 × 7,6 Millimeter) gut in der Hand und vermittelt einen soliden und robusten Eindruck. Mit einem Gewicht von etwa 200 Gramm ist es zudem angenehm leicht und lässt sich auch über längere Zeit komfortabel bedienen. Das Display bietet brillante Farben und mit bis zu 120 Hertz (Hz) eine hohe Bildwiederholrate, bietet eine sehr hohe Spitzenhelligkeit von 4.500 Nits und löst scharf mit 2.392 x 1.080 Pixeln auf.

Mehr als genug Leistung für den Smartphone-Alltag

Die AMOLED-Technologie bietet die typischen Vorteile wie satte Farben, tiefe Schwarzwerte und einen hohen Kontrast. Insgesamt hinterlässt das Display des vivo V50 einen einfach nur hervorragenden Eindruck. Es bietet eine hohe Auflösung, brillante Farben, eine hohe Helligkeit und eine flüssige Darstellung dank der bis zu 120 Hz flüssigen Bildwiederholrate. Beim Chip wiederum begegnet uns mit dem Snapdragon 7 Gen 3 ein alter Bekannter – er arbeitete bereits im Vorgänger sowie in soliden Mittelklasse-Modellen wie dem Honor 200, dem Motorola Edge 50 Pro oder dem Oppo K12 Plus. Egal ob Apps, Multitasking oder grafikintensive Spiele – das vivo V50 meistert alle Aufgaben mühelos, nur aufwändigste Games sind eine Herausforderung.

In Benchmark-Test mit Geekbench 6 erreicht das vivo V50 gute Werte (CPU Single-Core 1.137, CPU Multi-Core 3.125, GPU 3.529), die auf Höhe von Konkurrenten wie dem Samsung Galaxy S21 oder dem Xiaomi Poco X6 Pro liegen. Insgesamt gibt es beim vivo V50 damit eine für die Mittelklasse typische Leistung, die genug für alle Alltags-Aufgaben ist und die von einer gut abgestimmten Benutzeroberfläche und dem großen Arbeitsspeicher profitiert. Wer dagegen primär mobil zocken will, der könnte mit einigen besonders Hardware-hungrigen Spielen den Chip an seine Grenzen bringen. Auch eine vivo-Besonderheit ist wieder mit an Bord: Braucht es Extraleistung, verdoppelt der RAM-Boost per Speichernutzung den Arbeitsspeicher virtuell.

Starke Kameraausstattung, nur auf ein Tele verzichtet es

Die Kamera ist seit jeher ein zentrales Feature der vivo V-Serie, und das V50 schlägt sich hier erneut gut. Das Dual-Kamera-System auf der Rückseite besteht aus einem 50-Megapixel-Hauptsensor mit optischer Bildstabilisierung (OIS) und einem 50-MP-Weitwinkelobjektiv mit einem Sichtfeld von rund 120 Grad. Weil aller guten Dinge drei sind, knipst auch die Kamera an der Front mit 50 MP. Schade: Rückseitig gibt es kein Tele oder einen Periskopsensor, das hätte die Ausstattung massiv aufgewertet. Tolle Bilder gibt es aber auch so. Der Hauptsensor liefert bei Tageslicht exzellente Ergebnisse mit einer hohen Detailgenauigkeit, natürlichen Farben und einem großen Dynamikumfang. Auch bei schwierigen Lichtverhältnissen überzeugt die Kamera.

In der Dunkelheit gibt es meist rauscharme und detailreiche Aufnahmen. Die optische Bildstabilisierung sorgt für scharfe Fotos auch bei längeren Belichtungszeiten und verwacklungsfreie Videos. Das Ultraweitwinkelobjektiv ermöglicht ergänzend sehr schöne Landschaftsaufnahmen und Gruppenfotos. Die Bildqualität ist auch hier sehr gut, mit einer guten Detailwiedergabe und minimalen Verzerrungen an den Rändern. Zoom ist ohne eigenes Tele zwar etwas eingeschränkt, aber bis zu 20-fach digital möglich. Da rauscht das Bild aber bereits anständig, Fotos mit zwei- bis dreifachem Zoom-Faktor bekommt das vivo V50 aber tagsüber und auch in der Nacht bei einer entsprechenden Lichtquelle ganz problemlos hin.

Das vivo V50 ist erneut ein Meister der Porträtfotografie

Ein besonderes Highlight der Kamera ist erneut die Porträtfunktion. Dank einer präzisen Tiefenerkennung gelingen Porträts mit einem natürlichen Bokeh-Effekt, bei dem das Motiv scharf hervorgehoben und der Hintergrund sanft verschwommen dargestellt wird. vivo liefert in der Kamera-App dazu tolle Anleitungen und vorgefertigte Porträtmodi für die jeweilige Situation ab. Es gibt Brennweiten von 23, 35 und 50 Millimeter, jede davon ausgestattet mit einem der sieben Bokeh-Stile, die aus einer Kooperation mit dem Optik-Spezialisten Zeiss hervorgingen. Diese hatten und bereits in der Vergangenheit schwer beeindruckt. Zusätzlich können bei den Porträts zahlreiche Bereiche wie der Hautton oder das Profil detailliert angepasst werden.

Ein Bonus ist erneut das "Aura Light", das für mehr Licht in dunklen Umgebungen sorgt und gleichzeitig die Lichtstimmung verändern kann. Auch im Bereich Video kann das vivo V50 einmal mehr überzeugen. Es unterstützt die Aufnahme von Videos in 4K-Auflösung mit bis zu 60 Bildern pro Sekunde. Die Videos zeichnen sich durch eine gute Schärfe, natürliche Farben und eine effektive Stabilisierung aus. Auch die 50-Megapixel-Frontkamera liefert hervorragende Ergebnisse. Selfies werden scharf, detailreich und mit natürlichen Hauttönen aufgenommen, auch bei schlechten Lichtverhältnissen. Insgesamt ist die Kamera des vivo V50 ein Highlight und gehört zu den besten in der Mittelklasse. Einziger Kritikpunkt ist hier das fehlende Tele.

Kleines Manko der Kamera: Es gibt kein eigenes Tele. Der Sonnenuntergang in Wien sieht aber auch mit 2 x Digitalzoom gut aus.
Rene Findenig

Aktuelles Android mit intuitiver Benutzeroberfläche

Das vivo V50 wird mit der neuesten Version von Android (15) ausgeliefert, die durch die hauseigene Benutzeroberfläche Funtouch OS ergänzt wird. Diese bietet eine Vielzahl von Anpassungsmöglichkeiten und zusätzlichen Funktionen, ohne dabei unnötig aufdringlich zu wirken. Die Benutzeroberfläche ist übersichtlich gestaltet und lässt sich intuitiv bedienen. Die Icons sind modern gestaltet, und die Menüs sind schön strukturiert. Zahlreiche Design-Optionen ermöglichen es Nutzern, das Aussehen nach eigenem Geschmack anzupassen. vivo hat wieder einige nützliche Funktionen integriert, etwa eine neue App-Schnellleiste an der Seite des Bildschirms oder einen KI-Schlafmodus, der in der Nacht und bei Nichtnutzung Akku spart.

vivo verspricht "mindestens" fünf Jahre lang Betriebssystem-Updates und Sicherheitspatches, auch da kann nicht geklagt werden. Ein Kritikpunkt an früheren Versionen von Funtouch OS war die teilweise hohe Anzahl an vorinstallierten Apps, sogenannter Bloatware. Beim vivo V50 hat sich dies deutlich gebessert. Es sind zwar noch einige zusätzliche Apps vorinstalliert, diese halten sich aber in Grenzen und können problemlos deinstalliert werden. Bei der Konnektivität ist man mit allen aktuellen Mobilfunkstandards bis hin zu 5G, Bluetooth 5.4, NFC und Wi-Fi 5 gut gerüstet – den neuesten Wi-Fi-Standard gibt es aber nicht. Ach ja, telefonieren kann man mit dem Gerät auch, Mikrofone und Lautsprecher geben Stimmen klar und deutlich wieder.

Ausdauernder Akku und schnelles Aufladen an Bord

Das vivo V50 ist mit einem großzügigen 5.260-Milliamperestunden-Akku (mAh) ausgestattet, der eine ausgezeichnete Akkulaufzeit bietet. In anderen Ländern gibt es gar eine 6.000 mAh dicke Batterie. Im normalen Gebrauch hält das Smartphone problemlos zwei ganze Tage durch, selbst bei intensiver Nutzung mit vielen Telefonaten, dem Surfen im Internet, dem Schauen von Videos und dem Spielen kommt man gut über einen ganzen Tag. Aufgeladen wird das Gerät kabelgebunden superschnell mit 90 Watt in rund 40 Minuten. Einen Ladeadapter muss man sich ebenso wie eine Schutzhülle separat besorgen, im Lieferumfang ist nur das Smartphone und ein Ladekabel enthalten. Auf kabelloses Laden muss man beim vivo V50 verzichten.

Das vivo V50 hinterlässt im Test einen hervorragenden Eindruck in der Mittelklasse. Es überzeugt mit einem eleganten Design, einer hochwertigen Verarbeitung, einem brillanten Display mit hoher Bildwiederholrate und einer Performance, die für den Alltag völlig ausreicht. Besonders hervorzuheben ist die exzellente Kamera, die mit besonderen Porträts punktet. Auch die Akkulaufzeit ist sehr gut, und die schnelle Ladetechnologie ermöglicht es, den Akku in kürzester Zeit wieder aufzufüllen. Die Software basiert auf dem aktuellen Android-System und bietet eine intuitive Bedienung sowie zahlreiche nützliche Funktionen. Das vivo V50 ist eine gute Wahl in der Mittelklasse und in einem Preisbereich, in dem es starke Konkurrenz gibt.

{title && {title} } rfi, {title && {title} } Akt. 17.04.2025, 10:25, 17.04.2025, 07:00
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