VKI legt gegen VW nach: Zu wenig Drehmoment?

Ein Techniker des deutschen TÜV überprüft die Abgase eines Autos mit einer Messsonde.
Ein Techniker des deutschen TÜV überprüft die Abgase eines Autos mit einer Messsonde.Bild: EPA

Nach den Software-Updates von VW-Dieselmotoren soll es zu einem Drehmomentverlust, einem höheren Kraftstoffverbrauch und einem "Ruckeln" kommen.

Volkswagen versichert, dass nach den Abgasmanipulationen seiner Dieselmotoren die Software-Updates keine negativen Auswirkungen auf die Fahrzeuge haben. Der Verein für Konsumenteninformation sieht dies aber anders und hat den Konzern bereits im Juni im Auftrag des Sozialministeriums geklagt, derartige Behauptungen zu unterlassen. Nun wird die Klage ausgeweitet, am Freitag kommt es zum ersten Verhandlungstag.

"Rund 43 Prozent der befragten Konsumentinnen und Konsumenten stellten nach der Umrüstung negative Veränderungen wie erhöhten Kraftstoffverbrauch, Leistungseinbrüche und ein deutlich spürbares "Ruckeln" des Motors fest. Jetzt haben sich auch Verdachtsmomente zu nachteiligen Veränderungen beim Drehmoment verdichtet", erklärt der VKI in einer Aussendung. Dazu komme, dass "auch ein vorliegendes Gutachten nachteilige Folgen als realistisch erscheinen lassen".

"Gerade im häufig gefahrenen unteren und mittleren Drehzahlbereich macht das Update die meisten Autos gefühlt schwächer, weil sich die Drehmomentkurve verschoben hat. Das zeigt eine Untersuchung eines schwedischen Fachmagazins. Vor allem im Stadtverkehr oder beim Transport schwerer Lasten wirkt sich das aus. Betroffene klagen über Probleme beim Beschleunigen, weniger Kraft und weniger Leistung von unten heraus", berichten die Konsumentenschützer.

VW verweist auf Behörden

"VW hat sich bis jetzt im Verfahren unter anderem damit gerechtfertigt, dass das deutsche Kraftfahrt-Bundesamt und die für Skoda zuständige britische Vehicle Certification Agency das Software-Update freigegeben hätten. Es gibt allerdings keinen Hinweis darauf, dass diese Behörden sich mit der Fragestellung einer Verschlechterung auseinandergesetzt hätten", sagt der VKI. "Die Freigabe diente nur der Sanierung einer ursprünglich gesetzwidrigen Typenzulassung."

(red)

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